Segeln Irland - Nordlandreise 2008Auszug aus dem Logbuch-Törnbericht
13. Mai 2008Wir haben uns die Rundung der Südostküste von Irland zum Ziel gesetzt. In Erwartung frischer Am-Wind-Kurse wechseln wir das Vorsegel von Genua II auf Genua III am Schwimmsteg. Der Wind weht bereits frisch in den Hafen von Kilmore Quay. Ablegen am späten Vormittag. Nach dem Befahren der Peillinie bis zur Ansteuerungstonne segeln wir Kurs S westlich der Saltee Islands. Nachdem die Südhuk Backbord querab ist, segeln wir in östliche Richtung. Der Wind weht stark bis steif aus NE. Die Besegelung mit der robusten Genua III und dem dreifach gerefftem Großsegel ist auf diese Wetterverhältnisse perfekt zugeschnitten. Mit Kentern der Tide wenden wir südöstlich der Südost-Huk von Irland, schaffen es aber noch nicht den Carnsore Point zu passieren. Wir wenden zurück auf Steuerbord-Bug mit Kurs auf den Tuskar Rock, dessen Leuchtturm ein wichtiger Wegweiser für die Schifffahrt ist. Wir wenden erneut westlich vom Verkehrstrennungsgebiet und segeln auf Backbord-Bug in nördliche Richtung. Die Konstellation Wind gegen Tide, für uns also mit dem Gezeitenstrom gegen Starkwind, verstärkt sich. Wir bekommen die volle Intensität der Stromkabbelungen der ‚Bailies’ zu spüren. Waschküche pur! Das Seeverhalten der Swan indes vermittelt allen Crewmitgliedern Sicherheit. Durch das Eintauchen der Yacht in die Wellen wird die Crew durchnässt. Die Crew im Cockpit hat ihren Spaß – auf die Crew im Schiffsinneren, der es nicht so gut geht, muss jedoch Rücksicht genommen werden. Ich nehme UKW-Sprechfunk-Kontakt mit der Hafenbehörde von Rosslare Europort auf, um die Möglichkeit des Anlaufens auszuloten. Die Grundvoraussetzung für diese außerplanmäßige Aktion ist, trotz dieser ungünstigen Wetterbedingungen des auflandigen Windes und damit der einlaufenden Seen im Hafen, einen sicheren Schutz für das Schiff zu bekommen. Dieser Fährhafen ist nicht für Yachten vorgesehen. Dennoch ist die Hilfsbereitschaft groß. Mit der Ansteuerung des Hafens wird von offizieller Seite nach vorheriger Anweisung noch mal umdisponiert. Wir bekommen einen Liegeplatz im Hafenbecken zugewiesen, die noch nicht mal in der Detail-Seekarte ausgewiesen ist, direkt beim Lifeboat von Rosslare, von der ‚Royal National Lifeboat Institution’. Ein paar Männer stehen bereits an der Pier, um die Festmacher anzunehmen. Zudem haben die Jungs einen massiven Schwimm-Fender ausgebracht, um unsere Yacht vor den Roll-Bewegungen der See entlang der Dalben zu schützen. Perfekte Seemannschaft und internationales Verständnis der Seenotretter. Distanz: 35 sm. Im Gespräch miteinander haben wir dann die Situation analysiert. Es war eine Frage der Verhältnismäßigkeit – und die Entscheidung war gut so. Vor 7 Jahren hatte ich mit der SY Charisma im selben Hafen das Erlebnis, dass ein Sturm uns mit meterhohen Wellen in die Irische See hinaus gepeitscht hatte… Erfahren Sie mehr über Segeln in Irland!>> Törnbericht Irland 2008 (PDF Download)>> Bildergalerie Irland 2008 |
