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Start Logbuch Saison 2011 Helgoland 4-11

Schwerwettertraining - Nordsee

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Schwerwettertraining - Helgoland


Schwerwettertraining auf der Nordsee

Auszug aus dem Logbuch-Törnbericht
'Revierkunde Wattenmeer'

05. April 2011
Wetterlage: Ein Tief nordwestlich der Britischen Inseln intensiviert sich und bildet in Relation zum Hoch über W-Europa mit 59 HPa ein kräftiges Luftdruckgefälle – von 971 HPa zu 1030 HPa. Das Tief bringt eine Kette von Warm-, Kalt- sowie Okklusionsfronten mit sich und führt auf seiner Vorderseite in der Deutschen Bucht zu Starkwind aus S-SW.

Segeln im Nordfriesischen Wattenmeer
Um 06h30 legen wir eine Stunde nach Hochwasser von Wyk auf Föhr ab. Es herrscht diesiges Warmfrontwetter mit Wind aus S-SW 6. Wir setzen das Großsegel ins dritte Reff und rollen die Genua III aus. Wir segeln mit der ablaufenden Tide zunächst gen W und nach dem Passieren von Amrum gen SW mit Kreuzschlägen durch das Rütergat. Durch die umliegenden flachen Gewässer durchsetzt mit überspülten Sandbänken muss neben der aktiven Seemannschaft zudem aufmerksam navigiert werden.

Die Barre
Mit Annäherung an die Barre werden die Wellen durch die gegenläufigen Komponenten Starkwind von vorne gegen den mit uns auslaufenden Gezeitenstrom kurz und steil.
Auf dem Flach im Mündungsbereich des Rütergats steht die Welle und der Seegang ist schwer zu kalkulieren. Bei angegebenen 5 m Wassertiefe und einem Tiefgang der Yacht von 2,4 m können die Amplituden der Wellen 2 bis 3 m betragen – die Gefahr der Grundberührung wäre zu groß.

Erkennen der Situation
Da wir uns am Ende des Gezeitenintervalls befinden, segeln wir für eine Stunde im tieferen Bereich im Wattenmeer und kehren bei Niedrigwasser zur Barre zurück. Das Wasser ist geringfügig gefallen, entscheidender ist jedoch, dass der auslaufende Gezeitenstrom wegfällt und der Seegang beim Starkwind von vorne nun weniger als 1 m beträgt. So segeln wir sicher über das Flach hinein in die Deutsche Bucht.

Die Schlussfolgerung

Man kann diese Situation bewältigen oder gar nicht erst aufkommen lassen, indem man früher den Hafen verlässt. Durch die lange Fahrtstrecke im Wattenmeer von über 20 sm zwischen Ansteuerungstonne Rütergat bis Wyk auf Föhr müsste man dann zunächst die restliche auflaufende Tide in Kauf nehmen. Es war jedoch sehr eindrücklich, wie viel das gegenläufige Kräftemessen der Natur ausmacht bzw. was für Auswirkungen auf der See entstehen.

Der weitere Segeltag
Mit rasantem Am-Wind-Kurs jagen wir bei Starkwind mit perfektem Seeverhalten der von Olin Stephens konstruierten Nautor’s Swan 48 S&S durch die Nordsee.
Zur späten Mittagszeit passieren wir die Ansteuerungstonne der Norderpiep, fallen ab, reffen aus und steuern mit östlichem Kurs in das Fahrwasser im Wattenmeer. Um 15h30 erreichen wir den Hafen von Büsum und machen an einen Fischkutter längsseits fest. Distanz: 60 sm.

Fazit
Alle vier Schwerwettertrainings im Frühjahr waren von der Vielfalt der Naturverhältnisse in der Nordsee geprägt. Das Segeln im Gezeitenrevier der Deutschen Bucht beinhaltete bei wechselhaftem Wetter von den Boje-über-Bord Manövern bis zum Spinnakersegeln rund um Helgoland ein reichhaltiges Trainingsprogramm. Das Nordfriesische Wattenmeer ist ein Juwel der Natur und benötigt Erfahrung und Revierkunde das Seegebiet sicher zu besegeln. Die jeweiligen Crews haben mit ihrer Kameradschaft und Seemannschaft dazu beigetragen die Schwerwettertrainings zu sehr guten gemeinschaftlichen Erlebnissen werden zu lassen.
Welcome back on Board to ‚Friends of Charisma‘...

Erfahren Sie mehr über dieses Schwerwettertraining auf der Nordsee!

>> Schwerwettertraining 4-11 (PDF Download)

 

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Segelreviere: Nordsee, Ostsee, Englischer Kanal, Atlantik, Keltische See, Irminger See, Nordmeer, Karibik und Ostküste USA.
Unser besonderes Highlight: Schwerwettertraining auf der Nordsee.