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Sicherheit - SY Dantés unter gerefftem Vorsegel

Sicherheit - Ziefahrt zur Boje

Sicherheit - Boje an Bord

Sicherheit - Beidrehen unter Sturmbesegelung

Sicherheit - Crew im Zielhafen Hamburg


Schwerwettertraining auf der Nordsee

Auszug aus dem Logbuch-Törnbericht
'Sicherheit'

24. Oktober 2010
Über der Nordsee hat sich ein Sturmtief mit Kern über dem Skagerrak entwickelt. Auf der Rückseite schwenken Fronten mit stürmischem Wind in das Seegebiet der Deutschen Bucht. Das Anemometer der Wetterwarte von Helgoland misst W-NW 9 Beaufort. Zum bevorstehenden Sturmsegeln bereiten wir die Sturmbesegelung im Hafen vor. Wir binden das aufgetuchte Großsegel mit Marlschlägen ein und schlagen das Trysegel an der parallel zur Mastschiene des Großsegels angebrachten zweiten Mastschiene für das Trysegel an. Das Unterliek wird lose gefahren und mit dem Horn nach achtern zur Baumnock gestreckt. Die Sturmfock befestigen wir mit ihren Stagreitern am Kutterstag.

Ablegen von Helgoland zur Mittagszeit. Durch den vorlich einfallenden Wind klappen wir uns über die Achterspring vom Schwimmsteg ab. Als die Fender und Festmacher verstaut sind, setzen wir in der Abdeckung des Hafens das Trysegel und heißen die Sturmfock auf. Mit einem Manövertraining im Innen- und Außenhafen spielen wir uns als Crew auf den zu besetzenden Positionen ein und segeln hinaus in die bewegte See rund um Helgoland. Zunächst segeln wir der Hochseeinsel vorgelagerten Düne entgegen und trainieren das Handling der Yacht. Dabei macht der Helgoländer Fotograf Werner Fähland brillante Außenaufnahmen von unserer Swan unter den feuerroten Sturmsegeln.
Wir setzen Kurs S ab, um von der Abdeckung des Roten Felsens wegzukommen und damit die volle Intensität der bereits bis zu 4 m angewachsenen Dünung der Deutschen Bucht zu erleben. Die Swan ist von der Solidität ihrer Bauweise sowie den eleganten Linien ihrer Konstruktion fürs Schwerwettersegeln hervorragend geeignet – den Rest setzen wir als Team des Schwerwettertrainings um.

Das ist die Zeit, das Boje-über-Bord Sicherheitstraining bei steifen bis stürmischen Winden durchzuführen: Die Markierungsboje geht über Bord, wir setzen die Segel dicht und bringen die Yacht auf Kurs halben Wind, wenden in den beigedrehten Zustand und steuern in der Tangente halben Wind wieder aufs Objekt zu, anvisiert über die freie Sicht im leewärtigen Dreieck zwischen Vorstag und leewärtigen Unterwant, da das Vorsegel luvwärtig back steht. Die Geschwindigkeit reduziert sich und dennoch bleibt das Schiff steuerbar. Im Einzugsbereich der Boje leewärtig vom Bug geben wir hart Luvruder, so dass die Yacht mit ihrem windbedingt niedrigen leewärtigen Freibord sich zum Objekt dreht, das dann an Bord aufgenommen werden kann. Die Geschwindigkeit hat sich dabei auf ein bei diesen windreichen Naturverhältnissen geringst mögliches Maß reduziert. Das Ruder ist luvwärtig fixiert, die Großschot gefiert und die Yacht kann sich selbst in der See überlassen werden, während alle verfügbaren Crewmitglieder sich am Abbergen des potentiell Verunglückten beteiligen können. Bei diesem Manöver geht keine Gefahr von schlagenden Schoten, Lärm und einer unkontrolliert in der See und im Wind stampfenden Yacht aus. Es besteht eine permanente Kontrolle über das steuerbare Schiff mit einfachem Handling absolut dicht gesetzter Schoten. Nur der Rudergänger ist in ‚Charge’, während alle anderen Crewmitglieder sich ausschließlich auf die Rettungsaktion konzentrieren können.

Das ‚Hamburger Manöver’ ist in der Yacht-Reportage Fit für alle Fälle (Ausgabe 10/2006) sowie unter Seemannschaft/Sicherheit auf See veröffentlicht.

Fazit
Dieses Schwerwettertraining war durch die verschiedenen Wetterlagen im Herbst geprägt. Von der Durchführung der Boje-über-Bord Sicherheitsmanöver unter Sturmsegeln bis zum Spinnakersegeln, sowie vom Hochseesegeln bis ins Wattenmeer einschließlich der Fahrt auf der Elbe mit regem Schiffsverkehr haben wir alles umgesetzt, was in dieser einen Woche Nordsee-Segeln möglich war.
Die Schwerwetter-Crew ist durch ihren kameradschaftlichen Umgang zu einem Team zusammen gewachsen, mit dem es Spaß gemacht hat das Schwerwettertraining in der vollen Vielfalt des Segelns zu erleben.

Erfahren Sie mehr über dieses Schwerwettertraining auf der Nordsee!

>> Schwerwettertraining 5-10 (PDF Download)

 

Lust auf Segeln? Kommen Sie an Bord unserer Nautor's Swan und segeln Sie unter der fachlichen Anleitung von Profi-Skipper Constantin Claviez.
Segelreviere: Nordsee, Ostsee, Englischer Kanal, Atlantik, Keltische See, Irminger See, Nordmeer, Karibik und Ostküste USA.
Unser besonderes Highlight: Schwerwettertraining auf der Nordsee.