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News von Bord - Segeln auf einer Nautor's Swan | charisma4sea

 

Aalesund - Dublin: Wettertaktik & Routenplanung

Mit dem Segeltörn von Alesund nach Dublin startet der vermutlich strategisch anspruchsvollste Segeltörn der Saison 2014. Es gilt die vorherrschende Windrichtung aus West zu überlisten. Dabei lässt die Routenplanung je nach Wetterlage in der ersten anstehenden Hochseeetappe bis Stornoway verschiedene Varianten zu:

Aalesund Dublin via FäröerVariante 1: Über die Färöer Inseln

Auf der Vorderseite eines Tiefs könnten wir südliche Winde, auf der Rückseite eines Tiefs nördliche Winde mit Kurs W bis zu den Färöer Inseln nutzen. Im weitern Törnverlauf würde für die 220 sm bis Stornoway Kurs 175° anstehen.

Diese Variante wäre interessant bei einer festgefahrenen Wetterlage. Sind die Tiefs - wie im Herbst üblich - in Bewegung werden wir W-Kurs nicht lange halten können, da wir den in der Regel ostziehenden Tiefs entgegen segeln werden. Sollten wir es schaffen, könnten wir von den Färöer Inseln bei Westlage Strecke nach Süden machen.

 

 

Aalesund Dublin via Shetland InselnVariante 2: Über die Shetland Inseln

Der Kurs gen SW stellt die direkte Seelinie des Törns von Alesund nach Dublin dar. Bei SW-Lage auf der Vorderseite eines Tiefs wird dies jedoch nicht machbar sein. Es bestehen jedoch Chancen durch die wechselhaften Wetterlagen des Herbstes.

Bei zunächst einsetzendem N-Wind könnten wir mehr Strecke nach Süden machen, bei wiedereinsetzendem SW-Wind auf der Vorderseite eines neuen Tiefs dann gen WNW segeln.

Möglicherweise wird der Kurs der SY Charisma später wie ein 'V' aussehen.

 

 

Aalesund Dublin via Orkney InselnVariante 3: Von Bergen zu den Orkney Inseln

Falls das Seewtter eine Passage zu den Inseln im Nordatlantischen Ozean zunächst nicht sinnvoll erscheinen lässt, können wir uns  durch die geschützen Schären und Fjorde der westnorwegischen Küste gen S bis nach Bergen vorarbeiten.

Anschließend könnten wir ein mögliches 'Wetterfenster' nutzen, um die Orkney Inseln anzusteuern. Im weiteren Verlauf wäre es eine weitere Nachtfahrt bis nach Stornoway.

 

 

 

Aalesund Dublin via Caledonian CanalVariante 4: Caledonian Canal

Falls das Seewetter noch mehr Geduld von uns erfordern sollte, können wir von der norwegischen Küste direkt in den Moray Firth an der Nordostküste Schottlands segeln.

Von Inverness über den Caledonian Canal lägen ca 60 sm bis Oban vor uns. Wir hätten mehr Zeit, um günstiges Seewetter abzuwarten und insgesamt weniger Strecke bis nach Dublin.

 

Eiskarte Spitzbergen Auguste 2014Eis im Norden...

Seit über einer Woche beobachten wir täglich die Eissituation über polarview.met.no Es zeichnet sich ab, dass Verlegenhuken die nord-ösliche Ecke vor der Einmündung in die Hinlopenstreet mit bis zu 4/10 Eisbedeckung für uns nicht mehr zu passieren.

In diesem Jahr lässt die Eissituation die Rundung Spitzbergens nicht zu. Auf Grundlage der Eiskarte vom 21.08.2014 treffen wir die nautische Entscheidung nicht weiter nach Norden zu gehen.

Vom Crossfjord aus machen wir uns entlang der Westküste auf nach Süden und nutzen den frischen Nordwind zum Segeln.

 

Von den Färöer nach IslandIsland-Express

Für die Überfahrt von den Färöer nach Island meint es der Wettergott gut mit uns - Südwind wohin man schaut. Wir fackeln nicht lange und legen am Sonntag Vormittag von Tórshavn ab. Zwei Stunden vor Hochwasser setzt der Gezeitenstrom zu unseren Gunsten und puscht uns erst südwärts und dann gen Westen durch das Insel-Archipel. Mit bis zu 10 kn über Grund düsen wir durch tiefehängende Wolkenfelder. Der Küstenverlauf ist nur auf dem Radar auszumachen, hier und da gibt der Nebel den Blick auf die schroffe Steilküste frei.

Mit dem Verlassen des Archipels klart es etwas auf. Wie auf Schienen gleiten wir erst mit der Genua 2, später unter Spi mit NW-Kurs Island entgegen. Die Sonne sehen wir nicht, dafür bietet die Natur verschiedenste Grau-Abstufungen, die der PANETONE Farbskala alle Ehre macht: hell-grau, weiß-grau, grau-grau...

Mit Annährung an Island dreht der Wind rechts und wir bergen den Spi. In den nächsten Stunden binden wir das erste, zweite und dritte Reff ein. Auch die Sicht wird schlechter, immer öfter tauchen wir in dichte Nebelfelder ein. Mit der Ansteuerung unseres Zielhafens Djúpivogur legt sich dichter Watte-Nebel auf's Wasser. Mit Schleichfahrt nähern wir uns dem betonnten Fahrwasser. Die Richtfeuerlinie, die durch die vorgelagerten Untiefen leiten soll, ist bei diesen Sichtverhältnissen nicht auszumachen.

Der Ausguck wird dreifach besetzt. Der Käpten navigiert uns mit Hilfe der elektronischen Seekarte zwischen den roten und grünen Fahrwassertonnen hindurch, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Mit der Farbe und der Befeuerung der Tonnen nehmen es die Isländer hier im äußersten Süd-Osten nicht so genau. Die Frage, ob die Tonne rot ist kann erst in unmittlebarer Nähe beantwortet werden - das gute Stück ist doch schon ziemlich verrostet und das Feuer brennt auch nicht mehr.

Mit Passieren der Hafenmole lichtet sich der Nebel für einen Moment und wir können im Schein vereinzelter Straßenlaternen die Struktur des Hafens ausmachen. Kaum haben wir an der Kai-Mauer der örtlichen Fisch-Fabrik festgemacht, wird die gegenüberliegende Hafenkant schon wieder vom Nebel verschluckt.

Nach 41 Stunden und 275 Meilen nehmen wir in surrealem Nebel-Ambiente morgens um 2 Uhr einen Anlege-Schluck: Happy Landing in Iceland!

Später am Tag lichtet sich der Nebel und die Sonne kommt raus. Nun sind am Hang die Richtfeuer-Dreiecke und in der Hafeneinfahrt das rot-grüne Tonnenpaar gut zu erkennen. Das Bergpanorama das uns umgibt ist grandios...

 

Von den Shetlands auf die FäröerGroßer Bahnhof in Tórshavn

Bei hochsommerlichen Temperaturen verlassen wir Bergen am Sonntag und cruisen bei blauen Himmel und Sonnenschein durch die west-norwegischen Fjorde. Am frühen Abend machen wir im kleinen Hafen von Einvindik fest. In der Halbzeitpause des WM Finales laden wir  die akteullen Grib-Daten. Die Fahrt auf die Shtelands wird ein Wettlauf mit der Zeit, wenn wir dem Westwind eines schnell heranrauschenden Tiefs entgehen wollen. Wir entscheiden uns noch in der Nacht aufzubrechen und so heißt es nach dem WM Sieg "Leinen los".

Mit Halbwind-Kurs rauschen wir gen Westen, passieren mehrere Bohrinsel-Felder und erreichen nach 30 Stunden Lerwik, die Hauptstadt der Shetlands. Kaum sind wir vertäut ziehen die ersten Schauer durch - unsere Ankunft ist just-in-time!

Das richtige Wetterfenster zur Überfahrt auf die Färöer tut sich zwei Tage später auf. Am späten Nachmittag brechen wir auf und segeln bei aufklarendem Himmel durch das Insel-Archipel in nördlicher Richtung. Die 230 sm gestalten sich abwechslungsreich - von Motor über Spinnaker und ausgebaumter Genua ist alles dabei. Nach knapp 40 Stunden machen wir am frühen Morgen bei diesigem Wetter in bester Lage von Tórshavn fest.

Am angrenzenden Dock herrscht emsiges Treiben. Absperrgitter werden mit dem Gabelstapler hin- und hergefahren, ein roter Teppich wird auf dem nassen Asphalt ausgerollt, ausgeblichene Flaggen werden durch neue ersetzt und ein hochdekorierter Offizier läuft aufgeregt auf und ab. Als sich immer mehr Schaulustigen am Kai versammeln schauen wir doch auch mal genauer hin und fragen nach: "The Queen of Norway is visiting the Färöer Islands..."

Und schon biegt die königliche Yacht Norge ins Hafenbecken ein und macht gegenüber fest. Die Charisma liegt in guter Gesellschaft: Auf Kommando rauschen die Flaggen in die Toppen, die Gangway wird ausgefahren und der rote (mittlerweile trief nasse) Teppich nochmals ausgerichtet - der königliche Besuch aus Norwegen wird gebührend empfangen ...

 

Dank Dinner4sea gab es auch etwas Leckeres zu Essen:
Freske Reker aus Bergen

 

 

 

Dänische SüdseeAuftakt zur Nordlandreise - Dänische Südsee

Während der Kieler Woche ist einiges los auf der Förde. Als wir am Samstag Abend vor Strande den Anker fallen lassen ist allerdings schon wieder Ruhe eingekehrt. Die Parade der Großsegler ist vorbei, nur noch hier und da sind vereinzelt Segler unterwegs und aus Kiel Schilksee trägt der Wind gedämpfte Musik übers Wasser.

Wir haben einen ruhigen Törnauftakt, der am nächsten Morgen durch emsiges Treiben abgelöst wird. Die Regatta-Flotte aus Schilksee rückt zur Wettfahrt aus. Um uns herum wimmelt es von Jollen die alle Kurs Startlinie nehmen und uns als Ankerlieger unter rauschender Fahrt gekonnt umschiffen.

Nachdem uns auch die letzten Nachzügler passiert haben, holen wir den Anker auf und setzten Segel. Wir rollen das Feld von hinten auf und rücken einigen verirrten Regattiers auf die Pelle. Zwischen zwei Regattabahnen hindurch nehmen wir Kurs Marstal-Rinne.

Wir tauchen ein in die dänische Südsee und machen am frühen Abend in Svendborg fest. Am nächsten Tag geht es bei herrlichem Sonnenschein und leichter Backstagsbrise durch den Svendborg Sund, vorbei an den rausgeputzten dänischen Sommerresidenzen. Mit dem Passieren der Nordspitze Langelands dreht der Wind und weht uns auf die Nase. Die Große Belt Brücke kommt und kommt nicht näher. Kurzerhand ändern wir unser Tagesziel - anstatt gegen an zu motoren setzen wir den Spi und nehmen Kurs Smallands Fahrwasser.

Stubbeköbing ist ein guter Ort um das Spiel Deutschland gegen Algerien zu sehen – so denken wir. Als wir kurz nach 22 Uhr durch den verlassenen Ort irren und sehnlichst eine Kneipe mit Fußballübertragung suchen werden wir eines besseren belehrt.
Das einzige, was den Einheimischen zu Fußball einfällt ist der ortseigene Bolzplatz – gleich vorne rechts, da könnten wir spielen wenn wir wollten. Weltmeisterschaft, Brasilien, 1/8 Finale – scheint hier keinen zu interessieren.

Wir hatten schon aufgegeben, als tiefes Raunen aus einem kleinen roten Hafen-Häuschen zu hören ist. Hier sitzen sie also die Fußballfans, beim vom Hafenmeister organisierten Public-Viewing . . . der Abend ist gerettet!

Trotz Nachspielzeit, Verlängerung und Sieger-Whisky stehen wir am nächsten Morgen früh auf. Wir steuern durch den Groensund, ziehen unter Spinacker an den Kreidefelsen von Moensklint vorbei und nehmen Kurs Kopenhagen ...

 

Lust auf Segeln? Kommen Sie an Bord unserer Nautor's Swan und segeln Sie unter der fachlichen Anleitung von Profi-Skipper Constantin Claviez.
Segelreviere: Nordsee, Ostsee, Englischer Kanal, Atlantik, Keltische See, Irminger See, Nordmeer, Karibik und Ostküste USA.
Unser besonderes Highlight: Schwerwettertraining auf der Nordsee.