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Atlantic Rally for Cruisers 2011 | charisma4sea

ARC Crew 2011Preisverleihung - ARC 2011

Mit der Preisverleihung der Atlantic Rally for Cruisers 2011 ist es offiziell: Kompetenz, Disziplin und Einsatzwille des charakterstarken Teams der SY Dantés hat zum Erfolg geführt!

Regattawertung SY Dantés ARC 2011
Yachting World Trophy: Platz 1
Cruising Class F: Gruppensieg
Gesamt-Klassement: Platz 6 von 140 Yachten

Mein Dank geht an meine Crew, die mit Kameradschaft, ausgezeichneter Seemannschaft und präzisen Steuerleistungen unsere Philosophie des Segelns bestens umgesetzt hat.

Constantin Claviez

 

 

ARC Crew 2011Karibik-Feeling

Hallo alle und das zum letzten mal ....

Die Rodney Bay und die IGY Marina waren ganz nett nach der Ankunft. Das "Flair" war aber auch den "Entbehrungen" der langen Atlantikreise geschuldet. Die Begeisterung ging nach 24 Stunden doch etwas zurück: Wir waren zurück in der Zivilisation und die war doch sehr überfüllt.
Immerhin, man konnte interessante Studien über das menschliche Verhalten anstellen: Bei Sonnenuntergang stürzten sich 200 Crews wie auf Kommando auf die ca 10 Toiletten und 10 Duschen...Bei Sonnenaufgang dagegen traf man viele Einheimische bei der Morgentoilette... Es gibt glaubhafte Berichte eines unerschrockenen Crew-Mitglieds, dass auch die Restauranttoiletten nicht nur "dafür" sondern auch für fortpflanzungsähnliche Tätigkeiten genutzt wurden...

Wir sind dann in zwei der besten Restaurants ausgewichen, um uns nicht unter unser "Niveau" ziehen zu lassen: Im "Firegrill" servierte Chef "Bobo" sagenhafte Steaks vom "drie aged angus beef" und dazu "tiny lobster". Tolles Essen zu einem ebenso tollen Preis!
Im "Spinnaker" gab es eine großartige Boullabaise, die man mit dem legendären Spinnaker Burger kombinieren konnte. Und es gab eine wirklich hinreissende Sängerin... Wären noch die Taxenpreise und die Verhandlungen mit Taxifahrern zu erwähnen. Taxifahrer behaupten, dass sie vom Verdienst dreier Monate leben müssen, dafür muss man doch ein wenig Verständnis haben. Es gab auch ATM Automaten, mit denen wir kämpften, aber das wäre eine zu langweilige Geschichte...

Also nach drei Tagen waren wir bereit für die "echte, mindestens aber eine andere Karibik". Zuvor hat unsere Crew in einem demokratischen Prozess entschieden, dass in der folgenden Woche das Unwort mit "M"(otoren) und das Unwort mit" L"(eiche) nicht mehr verwendet werden durften. Wer die Unworte verwendete sollte eine Runde Planters Punch bezahlen... Ja das Unwort mit Leiche: Intensiv und stundenlang, ja mit allen Einzelheiten haben wir uns mit dem Herztod auf der "Ocean Wanderer" auseinandergesetzt. Bei welcher Temperatur in welchem Teil der Yacht könnte man.. "es" aufbewahren.? Toilette oder Schlauchboot oder auf Eis? Gibt es Rechtsansprüche ? Wann geht der Skipper ins Gefängnis? Oder vielleicht doch eine würdevolle Seebestattung ? Jedes Crew-Mitglied hat sich ganz offen eingebracht.......Wir haben ganz offensichtlich eine kollektive Neigung zum Morbiden.


Die Stationen unseres kleinen Karbiktörns sind schnell erzählt:
Marigot Bay, dann Nachtschlag nach Union Island, Tobago Cays, Bequia, St Vincent....und wieder zurück...
Was war wichtig:
Wir suchten und fanden das richtige Karibik-Feeling. Dazu muss man eine Crew werden/sein, die kein Ziel mehr hat.Wir hatten nichts mehr vor uns und den Atlantik hinter uns: Nur dann gelingt es, den "Lazy Larry" und die "Lazy Lucy" voll raus zu lassen: No Problem Yeah!!!

1. Regel: Man kann alles sehr langsam tun.....
2. Regel:
Man sollte nach dem ersten Einfall, etwas tun zu wollen, erst einmal zwei Stunden abwarten. Wenn der Einfall zwei Stunden überlebt, sollte man Regel 1 anwenden.....
3. Regel: Meistens kommt irgendwann irgendjemand irgendwo vorbei und verkauft einem Brot, Croissants, Obst...Schmuck direkt am Schiff oder bietet was anderes an... Kokain, young girls, was es halt so gibt...Man kann dann Regel 1 und 2 anwenden...

Zu unseren Höhepunken gehörte:

  • Einschalten der Selbssteueranlage (hatten wir während der ganzen Atlantiküberquerung ja nie gemacht),
  • Anwendung des Schiffsdiesel mindesten drei bis viermal mehrere Stunden (es war ja so verwerflich),
  • Gebrauch der Unworte und deshalb regelmäßige Planters Punch-Exzesse. Das wiederum machten den Einsatz der Selbststeueranlage erneut notwendig,
  • Ein sagenhaftes "Lobster bis zum Abwinken-Dinner" nachts in den Tobago Cays, das uns "Romeo" organisierte, mit einer anschließenden Wein-Bier-Cola-Rum-Cola-Whisky Intensiv-Verkostung und "Mais"-Fischfütterung (Ja karibische Fischlein können nach Mitternacht auch Dosenmais fressen, vielleicht auch Sauerkraut, aber das ist nicht erwiesen),
  • Die teuersten Baguettes und Croissants unseres Lebens, vorbeigebracht und ans Schiff geliefert von "Qualtity Man Yeah" für nur 50 $,
  • Ein sehr nettes creolisches Fischessen auf St. Vincent mit echtem Karibik-Feeling: Mindestens ein Dutzend total bekiffter Rastas, 2 Stunden Bob Marley Musik... und gearbeitet haben nur die Frauen der Familie! Anfangs glaubten wir nicht daran, dass wir noch was zu Essen bekommen würden, aber Vertrauen in die weibliche Bevölkerung der Karibik und mehrere Bier ließen uns den Glauben an das Gute wiederfinden.


Es gäbe noch ein paar andere Geschichten, aber irgendwann muss man mit jeder Geschichte aufhören. Aber den karibischen Mond und die Sterne müssen wir noch dringend erwähnen. Auch dass wir in Soufriere im teuersten Restaurant stilvol dinieren wollten... und zufällig in dem daneben landeten mit wirklich dem schlechtesten Essen unsereres Törns....

Dies ist der letzte Bordbericht, auch wenn es noch weiter geht (Preisverleihung und so). Es verabschiedet sich die großartige und älteste ARC Crew von sich und sonst wem:

Constantin der Skipper aller Skipper...;
Dirk
bekannt als der Fleischliche mit dem Zebrarücken...;
Gerd
der zeitlose Schrauber...;
Angela die blond getarnte Bordhexe...;
Elmo "das Krokodil" und dann der Arzt, dem die Frauen und Kinder vertrauen..;
Bernd, der General...und "Moneyman"...;
Walter, der Besucher aus der Parallelwelt...; und
Alex, der Mann der die Crew wegen einer schönen Frau in St.Lucia verlies....

 

ARC Crew 2011Danke!

Nach 18 Tagen und 3.000 sm ausschließlich unter Segeln haben wir am 8. Dezember 2011 die Ziellinie der ARC 2011 überquert. Als Schiffsführer der SY Dantés möchte ich meinen Dank zum Ausdruck bringen:

An meine Crew, die zu einem charakterstarken Team zusammengewachsen ist. Jedes Crewmitglied hat nach einer perfekten Vorbereitung mit Verantwortungsbewusstsein und mit Willensstärke alles getan diese großartige Leistung zu vollbringen.

An den Eigner der SY Dantés, der im Rahmen unserer Kooperation eine erstklassig konstruierte Nautor’s Swan 48 S&S zur Verfügung gestellt hat.

An meine Shore-Crew, für die ausgezeichnete Unterstützung von Land aus zur Umsetzung einer ausgefeilten Wettertaktik sowie die Umsetzung einer perfekten Kommunikation vom weiten Atlantik bis zu Euch nach Hause.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei Euch allen bedanken, die Ihr uns so stark unterstützt habt. Das hat uns viel bedeutet,

Constantin Claviez

 

ARC Crew 2011Der Wind, der Wind

Hallo unsere Unterstützer,
Wir suchen nach dem Wind. Die Nacht über und den ganzen Tag heute mal gesegelt, mal nicht gesegelt. Wenn überhaupt kein Wind ist, die Segel im Auf und Nieder der Schiffsbewegungen monoton  schlagen und die Dünung des Atlantik bleiern an Dir vorbeirollt, kann man nur warten,warten...Warten auf Wind über Stunden kann Dich auszehren, uns jedenfalls hat es die Erhabenheit des unendlichen Meeres nicht näher gebracht.......Aber wir sind  ja nicht hier, um  an eiiner Spaßveranstaltung zum Pauschalpreis teilzunehmen...
Um etwas gegen die Flaute zu tun, haben wir heute morgen sämtliche Lieder im Cockpit abgespielt, in denen das Wort Wind irgendwie vorkommt: Der Wind wollte sich trotzdem  nicht so recht einstellen. Der Wetterbericht der ARC mag irgendwo eingetroffen sein, aber dort wo wir sind- ist alles anders: Wind nicht wie vorhergesagt aus Nordost, sondern wenn aus Südwest. Windstärk nicht 9-16 Kn, sondern mal  totale Flaute, dann bestenfalls 3-6 kn, nur kurzzeitig stabiler Wind.. Einfach zu wenig, um unsere 18 Tonnen schwere Dantés richtig zum Laufen zu bekommen. Wir haben alles ausprobiert, was man so ausprobieren kann:Deckscrew und Freiwache bei Nacht nach Lee plazieren,  mit Leichtwind-Spinnaker vor dem Wind zu kreuzen versuchen, mit Groß und Genua hoch an den Wind gehen, um überhaupt Fahrt zu machen. Jetzt seit ca 6 Stunden fahren wir  den Spinnaker wie einen Code Zero bei etwa 70° Windeinfallswinkel. Klappt bisher am besten, aber die Hälfte der Zeit auch nicht! Auch der Regen bringt kaum Wind.

Die letzten 24 Stunden haben wir nicht viel Strecke  gut gemacht. Jetzt (20:00 Bordzeit) liegen noch ca 85 Meilen vor uns. Und auch alle unsere ernst zu nehmenden Konkurrenten sind voraus, wie auch immer sie das gemacht haben? Der größere Teil der Flotte motort inzwischen. Drei motorende Yachten sind heute an uns vorbeigefahren. Wir haben natürlich höflich gewinkt und uns gegenseitig bestätigt, dass wir in so einer Crew nie mitfahren wollten. Wir werden vermutlich morgen irgendwie und irgendwann auch ankommen und zwar unter Segeln ohne den Motor zu benutzen.

"Du musst den Atlantik unter Segeln überqueren, dann wirst Du den Spirit of the Ocean in Wind und Welle finden..." (Weisheit der Crew)
Die Crew der acht aufrechten Segler grüsst Euch alle...Wir werden "unseren" Wind finden...
Und morgen  Abend  gehen wir Lobster essen in ein Restauran! Wenn es dunkel wird, geh`n wir rein, und wenn es hell wird, geh`n wir raus!!!!!!!!!!t

PS: Die Wassertanks sind leer, aber wir haben noch reichlich Trinkwasser in Flaschen! Wir haben noch für mindestens 5 Tage zu Essen. Und wenn es länger dauern sollte, machen wir Heilfasten unter ärztlicher Aufsicht...

 

ARC Crew 2011Das Flautenloch

Hallo alle unsere Freunde, Verwandten, Gefährten(innen) und sonstige Anhänge,

zuerst die gute Nachricht: Wir sind nicht im Flautenfeld gelandet, nicht wirklich! Aber seit zwei Tagen segeln wir nun bei sehr schwachen und flauen Winden. Am Montag hatten wir ein Wechselbad von strömendem Tropenregen, wild umlaufenden Winden, Flautenlöchern und plötzlichen Böen aus nicht vorhergesagten Windrichtungen. Spinnaker rauf und ganz schnell beim nächsten Squall herunter... dem Wind hinterher im Kreis herum....Gedümpel, Gedümpel... und dann wieder hoch am Wind für eine Stunde mit 7 kn....kreuzen, dann den Wind im Irgendwo suchen! Wir haben eine instabile Windzone eingefangen, die den Passat stört. Also lustig ist anders! Aber segeln lässt sich immer noch.

Gegen Mittag waren wir alle und unsere Klamotten völlig durchnässt. Kein trockenes Paar Schuhe mehr an Bord. Das Schuhwasser der Crew hat sehr interessante Farben, von wässrig rot bis giftig gelb...Es gibt auch sehr schöne und eindrucksvolle Aufnahmen verschiedenster Hände und Füsse nach acht stündiger Durchweichung. Bei einigen von uns sehen diese Körperteile um 100 Jahren gealtert zu sein. Aber der Regen hatte auch sein Gutes: Wir hatten alle die erste Süsswasser-Schwalldusche seit 15 Tagen, mindestens etwas "weniger"Salzkruste auf der Haut!

Am Nachmittag eine kleine Belohnung für all die Mühe: Plötzlich waren wir umringt von Delphinen, nicht ein Dutzend, nein an die 60 Delphine schwammen rund um die Dantes. Spielend umkreisten sie unser Boot und veranstalteten ein halbstündiges Wettrennen. Ein Augenblick, der alles vergessen lässt!

Am Abend segelten wir dann ohne Regen in einen dramatischen Sonnenuntergang zwischen phantastischen Wolkengebirgen. Total kitschig und hinreissend über alles, wenn auch die Dantes mehr einem dahintreibenden Kleider-und Wäscheständer ähnelte als einem voll ausgesegelten Racer (man muss seine Sachen ja wieder trocken kriegen).

Nachts sahen wir die Lichter dreier anderer Yachten relativ nah.E igentlich erwarteten wir spätestens Mitternacht ein Flautenloch, aber wir kamen mit 4-5 kn Fahrt bei anliegendem Kurs auf St. Lucia über Erwarten gut durch. Heute Dienstag hatten wir keinen Regen, mehr Hitze. In unserer Nähe mindestens 3 Yachten, die offensichtlich "die eiserne Genua" gesetzt hatten und motorten.

Wir dagegen kreuzen seit dem Vormittag am Wind. Immer an der Kante lang, immer hinterher. Dazu gibt es dann seit dem Frühstück morgens Karibikfeeling mit Reggaemusik im Cockpit! "You can get it, if You really want....". Wir haben jetzt (18:00 UTC Bordzeit, 14:00 MOZ) noch 170 Meilen vor uns.

Unsere derzeitige Geschwindigkeit zum Ziel ist ungefähr 4 Meilen per Stunde. Es geht langsam voran. Also, wenn der Passatwind nicht bald wieder einsetzt, liegen noch bis zu 40 Stunden vor uns. Die Flaute kommt, die Flaute geht, aber ob wir das für quälend, nervtötend oder sonstwas halten, ob wir uns davon klein kriegen lassen - das hängt allein von uns ab: Wenn es denn sein muss, werden wir auch die 40 Stunden oder mehr eisenhart und best möglich durchsegeln. Wir werden den Motor nicht anwerfen!!! (Ausnahme, wenn die Salmonellen zu schlagen sollten....)

Und unseren guten Platz wollen wir auch weiter verteidigen. Wäre aber nur gerecht, wenn die Flaute hinter uns auch für unsere Verfolger (ein bisschen) erhalten bliebe... Tja der Weg ist das Ziel und das Rennen geht weiter!

Die Crew grüsst - immer noch fern der Zivilisation - am "Nikolausi" alle, die mit Ihr verbunden sind.
Wir werden Euer beim Sundowner und den zu Ende gehenden Erdnüssen gedenken!

 

2. Advent

Hallo alle miteinander,

Wir haben gestern den 2. Advent stilvoll und edel begangen, wie es bei uns an Bord so üblich ist. Zwar haben wir uns zum Brunch nicht extra umgekleidet, aber immerhin... manche von uns haben noch vorher ihre Salzwascherdusche Im Spa auf dem Vorschiff genommen....einige trugen sonnengebleichte salzverkrustete T-Shirts im Vintage-Stil. Natürlich trugen wir alle Sonnenbrille...

Nach Prosecco Pinot Noir (nüchtern genossen wegen der dann garantierten Trunkenheits- und Euphorieeffekte) hatten wir dann

  • "Spargel mit garantiert hormonhaltigem Schinken"
  • "Räucherlachs auf frisch gebackenem Baguette mit Süßrahmbutter"
  • "Jambon iberico"
  • "The dangerous eggs a la Dantes"
  • "Verschiedene Käse...die endlich mal aufgegessen werden mussten"
  • "Mango an Bord gereift"
  • "Kaffeeessenz und Tee"

Wir feierten natürlich nicht nur den "bürgerlichen 2. Advent"...Nein, wir begossen auch die letzten 500 Meilen vor St. Lucia. Und die werden wohl noch mal alles fordern ...!!!(kleine Übertreibung) Offen gesagt ist der Wetterbericht nicht so, dass Freude aufkommt: Zuerst sollt vor St. Lucia ein tropisches Sturmtief liegen. Das ist wie erwartet abgezogen, aber nun liegt da ein ausgedehntes Flautenfeld. Und das scheint nach allen unseren Wetterinformationen und den Grib-Daten ziemlich stationär zu sein. Bisher gibt es da keine Chance, daran vorbei zu kommen, sondern es stellt sich eher die Frage, wann und wo und wie lange parken wir da ein.... Wenn Du mit als erster hineinkommst, kommst Du deswegen noch lange nicht wieder als erster hinaus !! Mögliche Konsequenzen: Mindestens zwei weitere Tage auf See, Vorsprung weg, völlig neu gemischtes Flottenfeld, weil die langsameren Yachten aufkommen.

Wir waren voll des Prosecco und deshalb einig, dass man dagegen etwas tun musste. Es war und ist unklar, welcher Windgott für dieses Gebiet zu ständig ist. Also haben wir in einer sehr improvisierten, aber großartig archaischen Zeremonie "Odin" angerufen, auf dass er uns zu Wind verhelfe....und unter Gebrüll die 2l Proseccoflasche (mit zwei Rest-Schlucken) im Atlantic versenkt, besser gesagt "geopfert". Das Bordorakel konnten wir noch nicht befragen....das stösst auf unterschiedliche Widerstände! Angela behauptet, dass sie nur aus Hühnergekröse weissagen kann, das haben wir nicht...Unser Bordarzt hat vorgeschlagen, die Innereien durch "Inneres" zu ersetzen, in dem er bei "jemand" einen Einlauf macht....Dieser Vorschlag hat aber vielleicht mehr mit den "Eiern" zu tun: Wir haben noch 96 Eier an Bord und unser hochkompetenter Bordarzt Elmo leidet seit 2 Tagen an der Zwangsvorstellung, dass die Crew durch 14 Tage gelagerte Eier durch Salmonellenvergiftung dahingerafft wird. Aus ärztlicher Verrantwortung isst er keine Eier mehr, um bereit zu sein, wenn es soweit ist....Sein düsterer Standarspruch für alle Gelegenheiten ist "Einlauf, der Dreck muss raus".

Wir dagegen essen jetzt jeden Tag Eier (hau weg) und haben keine Lust auf einen Einlauf... Aufgrund der Flauten-Aussichten haben wir auch die Lebensmittel gecheckt... es reicht auch vier weitere Tage... das Wasser in den Tanks muss allerdigs jetzt rationiert werden....

Tja und ansonsten ist der Bordalltag ja so lustig und nie langweilig. Immer eine kleine feine Überraschung: Irgenwie hat sich der Mastkragen los und nach oben gearbeitet. Wie gut dass es eine Hammer gibt....Irgenwie scheint der Bolzen des Baumbeschlag etwas viel Spiel zu haben. "Darf eigentlich nicht sein, muss neu" sagen unsere Werft-Experten.

Zu den täglichen Freuden, über die wir souverän hinweggehen, gehören z.B unsere Toiletten. Sie erzeugen beim Pumpen Geräusche... Nach einer Woch war es so ähnlich wie: "Ziege wird gewürgt"... Jetzt ist es trotz Schmierung Olivenöl wie: Zwei Ziegen werden geschlagen und gewürgt....

Haltet uns die Daumen, dass wir nicht in die Flaute kommen. auch Vodoo-Zeremonien, Gebete und sonstiges Abergläubische oder Religiöse ist in der Anwendung erwünscht...muss nur helfen...

 

ARC Crew 2011Wer bin ich?

Bin ich weiblich, bin ich männlich?
Mein Name verspricht Stärke, meine Bewegungen sind geschmeidig, manchmal flatterhaft.
Die Zuordnung der Attribute bleibe dem geneigten Leser.
Ich wiege mich nach links, ich strebe nach rechts.
Ich mache mich fett, ich habe die schmalste Taille an Bord.
Ich kann den Stangentanz - eng umarme ich sie.
Ich blähe mich wieder auf und bin in meinem Element.
Ich reagiere sensibel, bin außergewöhnlich stark.
Der Wind schwingt den Taktstock, wie ich das Orchester dirigiere.
Ich bereite pure Freude - oder auch Anspannung.
Ich trage bei zu rauschender Fahrt.
Ich bin wie die Lebenslust - aufregend, pulsierend.

Ich bin der Spinnaker!

 

ARC Crew 2011Die Meerhexe

Oh, oh, ich zittere - ich gestehe es ein. Ein Zaudern hat mich erfaßt, Furcht vor der nächsten Nachtwache bereitet sich aus.
Nachdem ich zu Anfang unserer Unternehmung mit einer sehr energischen und gezielten Handbewegung einem vermeintlich konkurrierenden Segelboot den Garaus gemacht hatte ( wie sich später herausstellte eine völlig überflüssige Handlung, da dieses Schiff für uns nie eine Gefahr darstellte ) und mehrmals erfolglos versuchte, mit den Meeresbewohnern Delphin und Wal per Hypnose Kontakt aufzunehmen, nannte mich jemand "Meerhexe".

Ich muß gestehen, daß bei allen nächtlichen technischen Vorfällen, die sich in schönem Abstand von jeweils 2 Tagen sprich 2 Nächten ereigneten, ich am Steuer stand. Heute nun warf mir Walter gezielte Angriffe auf sein Leben vor. Bei einer Vorwärtsbewegung, die außer Kontrolle geriet ( aus meiner Sicht einzig begründet in den Handlungen des Steuermannes ), landete ein scharfes Tranchiermesser, das zum Bereiten der Frühstücksbrote diente, wischen seinen Zehen- mit zitterndem Schaft im Teakholzboden.
Anschließend landeten 2-3 Liter salzwässerigen Abwaschwassers in seinem Bett. Auch dieser Vorfall wurde mir zugeschrieben. Ich verweise jedoch entschieden auf den Steuermann. Spekulationen, die einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Vorfällen und dem Namen Meerhexe herstellen, mußich entschieden zurückweisen.

Nach den nächtlichen Begebenheiten machen sich aber leise Zweifel in mir breit. Das Selbstbewußtsein, mit dem ich bisher durch die Lande ging, bekommt kleine Risse. Sollte etwas daran sein...? Die Zweifel in mir wachsen. Ich sehe die Blicke meiner Segelkameraden. Meine Nachtwache beginnt heute um 20:00 Uhr, zwei Nächte sind um.

Morgen weiß ich vielleicht mehr,
Es grüßt Euch alle daheim
die Zagende Meerhexe

 

ARC Crew 2011Mit dem iPad über den Atlantik

Meine lieben Freunde und Leser unserer Bordberichte! Nun haben wir die 2000 Seemeilenmarke geknackt und übermorgen am Sonntag, den 2. Advent sind wir zwei Wochen auf See. Elmo und ich haben auch schon unsere genaue Ankunftszeit in St. lucia berechnet. Elmo - man erinnere sich an sein Erlebnis mit dem Gespenst - ist ein iPad Freak, das heißt, er geht mit ihm schlafen und er wacht mit ihm auf. Das soll jetzt nicht negativ gedeutet werden, denn die elektronische Wundermaschine hat uns auf der Dantés wirklich ausgezeichnete Dienste erwiesen - Wetterdaten analysieren, Navigationssoftware und einiges mehr. So konnte Skipper Constantin über die besten Informationen möglicher Routenplanungen verfügen und wie ihr sicher gelesen habt und wißt: bisher hat es sich ausgezahlt, denn wir verteidigen hartnäckig den 1. Platz in unserer Gruppe.

Doch zurück zur Berechhnung der Ankunftszeit: Elmo mit dem iPad und ich mit eher konventionellen Methoden der Astronavigation haben errechnet, dass wir am 07. Dezember, um 11 Uhr 13 Minuten die Ziellinie passiereren - wenn alles so eintritt, wie es als Parameter in die Rechnung eingeht (Geschwindigkeit, Kurs), wenn die Wetterbedingungen so bleiben wie heute und, und und... Aber so habt ihr schon einmal eine groben Anhaltspunkt, falls nicht doch noch Dinge eintreten, die weder iPad noch Astronavigation vorhersagen können. Falls es beim 7. Dezember bleibt, dann hätten wir den großen Ozean in nur 17 Tagen überquert und das wäre sicher eine tolle Leistung unseres Skipppers und unserer Crew.

Wenn man dieses Datum vor Augen hat, dann gehen manche Gedanken doch schon in diese Richtung: St. Lucia, Tropeninsel,  Ankunftsparties, Lobster, Punschgetränke, Duschen, aufrecht gehen, ohne sich festhalten zu müssen, kochen und essen ohne Wellengang, abwaschen nicht mehr mit Seewasser in einer Kunststoffbox und die Trockentücher sind endlich wieder trocken, und auch einmal in die Koje gehen, ohne dass man Angst haben muß, die nächste Wache zu verschlafen, das ist doch was. Ich weiß nicht, ob sich diese "heimlichen" Gedanken auch bei mir breit gemacht haben, denn neulich Nacht hatte ich Befürchtungen, ob ich unter Entzugserscheinungen oder Halluzinationen leide.

Hier die Geschichte:
Ich hatte Wache mit Elmo, es war draußen pechschwarze Nacht, kein Horizont, der Himmel war bewölkt, so dass auch kaum Sterne die Nachterhellten. Jeweils abwechselnd eine halbe Stunde am Ruder pushten wir die Dantés durch die bewegte See, immer darauf konzentriert sauber zu steuern in der Verantwortung für die schlafende Restcrew und in der
"Furcht", dass bei einem Steuerfehler die Luke aufgeschoben wird und Constantin mit strengem Ton auf unsere Fehler aufmerksam macht, hic. Nach dem Rudergang dann Wechsel an Elmo. Elmo rast durch die Nacht, Gischt sprüht, wenn wir die Wellen rauf- und runterreiten - man hört das, man fühlt das!!! Die Müdigkeit ist latent immer vorhanden, ich stiere vor mich hin, versonnen im Geschwindigkeitsrausch, und dann sehe vor mir auf der anderen Seite des Cockpits eine große Flasche Whisky stehen - St. Anne Highland!!! rotes Etikett mit schwarzer Schrift. Ich denke, das kann nicht sein und versuche mich zu konzentrieren. Erst wollte ich Elmo fragen, ob er das auch sieht, habe mich aber nicht getraut. Meine Augen fokussieren die Flasche Whisky ca. 2 Meter vor mir. Dann, das Bild löst sich auf und was sehe ich - die große Backbordwinsch für die Genuaschot. Naja, denke ich, kann vorkommen, ist wohl die Müdigkeit und die lange Zeit auf See. Danach bin ich wieder mit steuern, dran, dann wieder Elmo. Plötzlich, auf der gegenüberliegenden Cockpitbank sitzt ein alte Frau mit Rock und grauen Haaren, die mir irgendwas rüberreichen Will! Oh Gott, meine Mutter, denke ich; kann nicht sein, die hat keine grauen Haare, pfff. Ich reiben mir die Augen,
die Frau ist weg, Gott sei dank. Als ich die Gechichte erzähle, lachte vor allem Elmo, hatte er doch auch die Erfahrungen mit "seinem" Gespenst gemacht. Wie heißt doch der alte deutsche Schlager: Du bist nie allein.

Seitdem bin ich von solchen Anfällen verschont geblieben, zum Glück, oder hat das doch etwas damit zu tun, dass wir uns mit Riesenschritten unserem Ziel nähern. Aber, erst einmal geht es weiter Richtung westen mit der Dantés und einer tollen Crew, die diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis werden läßt.

Ich grüße Euch alle in der Heimat, drückt uns die Daumen, dass wir gesund ankommen und eine seglerisch Superleistung gebracht haben.

 

ARC Crew 2011

Labskaus und andere Widrigkeiten der Seefahrt

Hallo alle unser Freunde, Unterstützer und Fans,
gestern hatten wir den 10. Tag auf See und haben das äusserst stilvoll mit einem angemessenen Traditionsgericht gefeiert: Ja es gab Labskaus!!!

Wie es sich gehört mit "Pökelfleisch-Ersatz", gestampften Kartoffeln, Rote Beete, Essiggurken und sauren Heringen. Andächtig vor uns hin löffelnd saßen wir im Cockpit und segelten in die untergehende blutrote Sonne... Wir haben das (den) Brei auch deshalb jetzt gemacht, weil Labskaus irgendwie nicht zu steigenden Temperaturen und dem aufkommenden Karibikflair passt... Ja es gab auch "ausnahmsweise" Grappa, Bier und Wein...Schließlich waren am nächsten Morgen die 2000 Meilen fällig. Irgendwie hatten wir dabei vergessen "Rasmus" den ersten Schluck zu opfern, wie es guter Seemannsaberglaube vorschreibt! Das sollte sich rächen...

Wir segelten mit einem stetig aufbrisenden Passatwind unter Gross und ausgebaumter Genua in die Nacht. Unter einer wundervollen Mondsichel jagten wir zeitweise mit 10 Knoten dahin. In dieser Nacht haben wir richtig Strecke gemacht... Bis es dann morgends um 05:00 voll schepperte: Der Spinnakerbaum riss einen Teil der vorderen Mastschiene aus dem Mast...aber ging nicht über Bord. Zuerst Genua wegrollen und Spinnakerbaum sichern... Dann versuchte unser technisches Kompetenzteam (Gerd, Dirk...) die verbogene Mastschiene zu entschärfen. Natürlich war es wieder mal stockdunkel... Nach 70 Minuten setzten wir den Spinnakerbaum erneut in den unteren noch intakten Teil der Mastschiene - der Anstellwinkel zur Genua war nicht wirklich schön- und segelten weiter. Nicht all zu lange, denn der Wind briste auf 26 Kn auf und wir geigten heftig durch die 3-4m hohen Wellen. Wir haben dann am Morgen auch das Großsegel weggenommen und sind nur unter Genua weiter gesegelt. Und auch da liefen wir zeitweise mit 10 kn durch die Schauerböen.

Am Vormittag fand dann "die große Reperatur" statt: Unsere 3 Techniker (Gerd, Dirk, Bernd- oder Wasserbau,Bootsbau, Luft-und Raumfahrttechnik) entschieden sich, den oberen Teil der Mastschiene auszubauen und über die Bruchstelle zu setzen. Das war den Umständen nach eine geniale Lösung. Aber es war schwierig auf der durch die Atlantikdünung mit 7-8 kn stampfenden und rollenden Dantés in 4 m Höhe das obere Schienenstück abzubauen. Gerd hing im Bootsmannsstuhl mehr als eine Stunde am Mast, hat sich festgegurtet und eine mindetens halbartistische Leistung beim "Schrauben" vollbracht. Wir haben jetzt wieder eine funktionsfähige Schiene für den Spinnakerbeschlag. Das ist wichtig, denn wenn wir nicht mehr ausbaumen oder Spinnaker fahren könnten, würde uns das mehrere Tage kosten.

Trockener Kommentar unseres Bootsbaumeisters Gerd nach mehr als 2 1/2 Stunden Arbeit: "Diese Schiene ist nicht auf dauerhafte Belastung ausgelegt. Für die Belastungen, unter denen wir fahren, braucht man einen anderen Mastbeschlag..."

Ja, den braucht man wirklich. Da gäbe es doch einiges zu sagen! Denn auf der Dantés haben wir z.B. Genuaschienen aus Edelstahl an Deck. Das sieht wirklich sehr edel und elegant aus. Vom Besten! So was bräuchten wir auch am Mast, um den Spinnakerbeschlag bei mehr als 25 kn Wind sicher fahren zu können...Wir haben heute schon diskutiert, ob wir die Genuaschienen nicht einfach heraushämmern und vorne anbauen... Das Deck würde dann bei der Ankunft aber nicht so gut aussehen...Wir könnten aber mit der schönen Seite anlegen und die Restschiene polieren.

Und weil der Tag für unser Crew-Selbstwertgefühl so schön war: Nachdem Gerd im, am und um den Mast war, haben wir dann noch Alex (unseren Creativ-Director) ganz nach oben gezogen, damit er aus dem Mast filmen und fotografieren konnte. Man konnte die Dantes gerade noch so halten, dass der Mast nicht mehr als 5m nach rechts und links pendelte. Aktion pur für Alex, der das souverän meisterte! Ja er verschmolz geradezu mit dem Mast und wurde mit ihm eins, wenn wir die Wellen hinuntersurften...

Es gibt natürlich noch anderes, was man erzählen könnte... z.B. dass wir heute Wale gesehen haben...Und dann gibt es noch andere Geschichten und Betrachtungen von Eurer Crew...

Haltet uns weiterhin die Daumen, auf dass die "Macht" und der Wind mit uns sei.

PS.: Wir haben noch nicht die nach 10 Tagen übliche gemeine Crewkrise. Wir vermissen die Krise nicht: Wir sind anders und das mit Leidenschaft!!!!!!!!!!!

 

 

ARC Crew 2011

 

Mitten auf dem Atlantik

Nach Westen sind es 1200 sm, nach Osten 1300 sm, nach Norden 3500 sm und nach Süden 4000 sm - eine Unendlichkeit. Wo kommen wir her, wo fahren wir hin?

Und das Schaukeln in der Koje: ein ungleichmäßiges auf und ab, ein rechts und links, ein oben und unten. Man verliert die Orientierung. Fahren wir überhaupt noch?
Wie spät ist es überhaupt? Ist es Abend, oder ist es bereits wieder Morgen.

Durch das Wachsystem kommt man ganz durcheinander. Welcher Tag, welches Datum - es ist egal. Um uns herum die Unendlichkeit des Meeres und des Universums. Und wie ist das: Wie können wir in der Mitte sein, wenn etwas unendlich ist? Wenn wir nach Westen fahren, kommen wir im Osten wieder raus, wenn wir in die Nacht steuern, kommen wir in den nächsten Tag. Wenn wir durch die Unendlichkeit des Universums fliegen kommen wir wieder an den Anfang?

Sind wir am Anfang, in der Mitte oder am Ziel? Ist unser Ziel St. Lucia, oder sind wir schon am Ziel? Ist die Überfahrt das Ziel? Oder sind wir am Anfang, am Anfang eines Gedankens, den wir ohne diese Fahrt nie gefasst hätten.

 

ARC Crew 2011

Ratatouille Atlantique

Man nehme: Reichlich Olivenöl, 2 Auberginen, 3 grosse Zwiebel, 4 Zucchini, 3 rote und 2 grüne Paprika, 1 1/2 kg Tomaten, 8 Knoblauchzehen, zwei Karotten und 1 Blumenkohl (weil er weg muss).

Nun da beginnt die Geschichte: ‘Man nehme’ ist leichter gesagt als getan, wenn sich das Boot in sovielen Dimensionen bewegt, das auch Hawking und Einstein den Überblick verlieren würden. Die Zwiebel im Netz schwingen weg, just in dem Moment da ich nach ihnen greife, zurück kommen sie zwar, aber simultan lande ich selbst an der gegenüberliegenden Seite des Salons, weil ich im kulinarischen Überschwang vergaß, mich festzuhalten. Also nochmal, immer schön eine Hand fürs Gemüse und eine für uns selbst. Na bitte. Eine Hürde genommen. Bleiben nur noch die Auberginen, Zucchini, Paprika, Tomaten, Karotten, der Blumenkohl und der Knoblauch.

Wo waren doch gleich die Auberginen? ‘Weiß jemand wo die Auberginen sind?’, ertönt der Hilferuf an die Crew. ‘Unter Constantin, vorne, Klappbox.’ Constantin schläft. Pech. Also, Skipper bei Seite, weg mit dem Polster, weg mit der Holzabdeckung, Kopf tief in die Box und da sind sie, die Auberginen, ich sehe sie schon, vergraben unter Tomaten, Ingwer, Gurken und Zucchini, meine Auberginen. Volltreffer, en passant sammele ich auch die Zucchini, Tomaten und den Knoblauch ein, den Rest hat Crewkollege Walter im Schweiße seines Angesichts und unter in Kaufnahme unzähliger Gefahren zusammengetragen. Alter Haudegen und Kampftruppenoffizier, der hält was aus.

Freudig erregt schwingen wir uns mit affenähnlicher Gewandtheit in die Pantry. Betreten auf eigene Gefahr. Rechte Ferse gegen die Abtrennungswand zum Salon, linker Fuss im Halbspagat in die erste Stufe des Niedergangs geklemmt, die Hüfte an die Arbeitsfläche gelehnt, perfekte Drei-Punkt Technik. Ist irgendwie vom Bergsteigen hängengeblieben. Mit dem vagen Gefühl der Sicherheit gehts an die Arbeit. Alles schneiden. Blöd, dass das Schneidebrett auf der Arbeitsfläche und das Gemüse auf dem Schneidebrett hin und her rutschen. Feuchtes Tuch unters Brett hilft, Gemüse in die Spüle, bis auf den jeweiligen Delinquenten. Na bitte, geht doch. Zack, zack, zack. Jetzt, klein geschnitten, wieder in eine Schüssel, eine hohe Schüssel,auf feuchtem Tuch, die nächste Welle kommt bestimmt.

Et voilá, kaum 78 Minuten nach dem Beschluss Ratatouille zu kochen, brutzelt auch schon der erste Knoblauch im Topf. Rasch folgen Zwiebel, Auberginen, Zucchini und Paprika. Die Tomaten müssen noch geschält werden. Wir sind zwar am Atlanik, aber diese Crew ist nur sehr begrenzt bereit, dem mit kulinarischen Kompromissen Rechnung zu tragen. Und in diesem Fall stimme ich zu, Tomatenschale im Ratatouille geht einfach garnicht, völlig unabhängig von LAT, LON, SOG, COG, VMG, DTW oder ETA. Der Rest ist leises Blubbern während sich die Ingredenzien beginnen zu einem vielversprechend duftenden Gericht zu verbinden. Die dafür nötige Zeit von ca. 2 Stunden reicht bequem um fünf Schalen, zwei Messer und zwei Schneidebretter abzuspülen, zu fünft. Kein Problem, muss ja nur raus ins Cockpit, ein Crewmitglied, meistens Gerd, fasst Wasser mit der Pütz, das geht in eine Plastikbox im Cockpit, wo drei weitere Crewmitglieder in mittlerweile gut eingespielten Handgriffen, waschen, schrubben, trocknen und das ganze umgehend wieder in die Pantry zurückschicken. Man erinnert sich: rechte Ferse, linker Fuss, Hüfte, so ist es ein leichtes alles wieder in seinen Platz zu packen.

Letztes Abschmecken und siehe da, 24,5 Seemeilen später ertönt ein leicht erschöpftes ‘Essen ist fertig!’ Wortlos bildet sich die Durchreichkette, Start, mit bekannt sicherem Stand in der Pantry, gehen die Allround-Suppenschüsseln und Löffel mit Schwung zum Mann am oberen Ende des Niedergangs, werden dort gesammelt und routiniert mit beiden Füssen vor den Folgen unerwarteten Seegangs beschützt. Zuletzt geht auch der Topf nach oben. Der grosse, heiße Topf. Schnell wird die Leine des Travellers zur Spirale gelegt. Als Untersatz. Wir wollen doch das Teakdeck schonen. Wir lieben unser Teakdeck. Sekunden später landet der Topf in der Mitte der Crew.

War doch alles halb so wild: Ratatouille Atlantique.
Und dazu gibt es frisch aufgebackenes Baguette, aber das ist eine andere Geschichte ...

 

ARC Crew 2011Allein mit meinem Gespenst

Das erste Mal begegnete es mir in der ersten Nacht auf See. Dunkelheit die Schwankungen des Schiffes, das Rauschen des endlosen Meeres - und ich habe die erste Nachtwache - die Hundewache von 24.00 - 04.00 Uhr. Ich habe mich davor zum Schlafen hingelegt. Ich wache aber ständig wieder auf: ich möchte den Beginn meiner Wache nicht verpassen, wird mir schlecht? Dieses Geschaukel, der lange Weg...

Ich öffne die Augen und da ist es über meiner Koje: es wackelt mit dem Kopf, es schlägt mit den breiten Armen - uhh nochmal Glück gehabt. Bei genauem Hinschauen sind es die Birnen, Bananen und Orangen, die wir in Netzen über meiner Koje aufgehängt haben. Endlich die Wache beginnt. Es ist stockdunkel, ein paar Sterne, der Mond lässt sich nicht blicken. Das unendliche Meer, die Konzentration auf das Steuern und da springt eine schwarze Katze von links zum Boot - oder war es nur eine Welle so schwarz wie die Nacht? Aber jetzt von rechts ein weißes Gespenst. Quatsch - es ist nur die aufschäumende Welle. Aber vor mir die Segel vor dem unendlichen schwarzen Horizont wie eine Fledermaus (wir  fahren Schmetterling). Das Knarren der Ruderanlage, manchmal ein klägliches Schreien wie von einer Katze oder einem Baby. So vergehen die Nächte. Die Seheindrücke und Geräusche werden vertrauter. Und dann
plötzlich ein Knall - es könnte alles passiert sein... wir haben "nur" den Spibaum verloren. Aber dann in einer anderen Nacht ein Knall, ein Zischen - jetzt hat es uns erwischt - ein Leck? Constantin kann das Geräusch gleich zuordnen: eine Automatikweste ist nass geworden und hat sich selbst entfaltet.

Es bleiben die eigenen Gespenster: die Gedanken, die Ängste, die Versäumnisse, das ganze Leben liegt vor mir - und hinter mir...
Das langsame Dahingleiten lässt die Gedanken ordnen. Intensive Träume in der Nacht. Die Weite des Himmels und des Meeres gestattet es uns, uns wieder einzuordnen - in den Lauf der Erde. Der Kopf wird frei geblasen von dem frischen Wind, der uns um die Ohren weht.
Und zurück bleibt das Salz auf unserer Haut und in unseren Gedanken - das was wirklich wichtig ist - zumindest meint man einen Zipfel davon zu fassen. Alleine mit meinem Gespenst

 

ARC Crew 2011NIRO LADY

Wir grüßen alle, mit denen wir heute gerne die Zeit verbracht hätten. Bei 30 Grad erleben wir den 1. Advent im Cockpit und steuern die SY Dantés weiter an die Spitze des Regattafeldes.

Der Morgen begann mit einem Sektfrühstück, Lachs auf Baguette, Wurst und Käseplatte. Zum Nachmittagskaffee gab es Bremer Klaben, der vorweihnachtlich präsentiert wurde. Das abendliche Menü bestand aus: Rinderfilet, Kartoffeln mit pikanter Soße und gedünsteten Wurzelgemüse. Als Nachtisch wurde Ananas serviert.

Die Dantés ist zwar auf Deck mit mit hochwertigen Edelstahlbeschlägen bestückt, unter Deck fehlt es unseren Profiköchen aber hier und da an adequatem Pantry-Equipment. Ein Edelstahltopf mehr, wäre bei unserem Gourmet-Speißeplan kein Fehler.

Unser Dank gebührt unserer Wetterfee ANDREA in Hamburg und unserem Skipper CONSTANTIN für das vorbildliche Wetterrouting.

Grüße @all die Crew der NIRO LADY alias Dantés

 

 

ARC Crew 2011Bergfest

Habt Ihr denn schon registriert,
was hier auf dem Meer passiert,
daß den Gipfel wir erklommen,
habt Ihr das auch mitbekommen?

Der halbe Törn ist abgeritten,
doch lassen wir uns nicht lang bitten
und nehm´n den 2ten Teil in Angriff
- segeln bis zum großen Schlusspfiff.

Das Ding, das die Gelüste weckt,
steht in St. Lucia goldbedeckt.
Der Kelch, den alle woll´n bekommen,
der harrt der Schiffe, die dort kommen.

Doch setzen wir auf Dantes Kraft,
die Crew, den Skipper, der das schafft!

In diesem Sinne macht uns Mut,
am Ende wird dann alles gut. 

 

 

ARC Crew 2011Die ersten 1000 Seemeilen sind geschafft!

An unsere Begleiter im Geiste und alle, die uns glühend beneiden! Nach 128 Stunden und 58 Minuten haben wir heute Nacht um 21.58 UTC die 1000 Seemeilenmarke geknackt. Im Vorfeld dazu hat unser Skipper uns nach dem Verzehr von gebratenem Hühnchen mit Zucchini und Röstkartoffeln eine Flasche Rioja genehmigt, für unsere Crew war das natürlich nur ein Fingerhut und uns darum umso kostbarer. Kurz nach Mitternacht gab es mitten auf dem Atlantik eine sehr nahe Begegnung mit einem weiteren Teilnehmer der ARC. Abgeklärt und unaufgeregt meisterten wir auch diese Situation, Grußadressen wurden trotz sehr großer Nähe nicht ausgetauscht, dafür war die Begegnung dann doch wohl zu flüchtig.

Die erhofften Erlebnisse mit den Bewohnern dieses Meeres lassen bis auf ein paar fliegende Fische - davon landete einer an Bord - weiterhin auf sich warten, aber wir haben ja noch 2000 Meilen vor uns.

Soweit für heute, jetzt müssen wir an Deck, die Arbeit "ruft", viele Grüße von der Dantes Crew

 

 

ARC Crew 2011Führung in Gruppe F...

Hallo alle unsere Unterstützer und Freunde an Land, als wir eben die Nachricht erhielten, dass wir an der Spitze der Gruppe F liegen, haben wir uns unheimlich gefreut. Wie Ihr vielleicht bemerkt habt, ist die Dantés sehr viel weiter nach Süden gesegelt als die meisten anderen Yachten. Wir haben nicht den direkten Weg genommen. Zum Einen, weil wir einem tropischen Sturmtief ausweichen wollten, zum zweiten um erwartete Flauten- und Schwachwindzonen zu umgehen. Es anders zu machen als viele andere ist natürlich nicht ohne Risiko. Man weiss immer erst hinterher, ob die eigene Taktik die bessere war. Nur der Erfolg zählt! Aber das Risiko hat sich gelohnt, auch wenn das natürlich nur ein Zwischenergebnis ist.

Constantin hat ein excellentes und erfolgreiches(!) Wetterrouting gemacht und die Auswertung der Wetter-und Winddaten jeden Tag mit uns besprochen. Ein Hoch auf unsern Skipper! Und zur Feier des Tages haben wir dann den ersten Sundowner seit Beginn der ARC im Cockpit getrunken (ja Ihr habt das richtig gelesen!!!) ....natürlich mit Blick ins Kielwasser, wo die Konkurrenz ist, das musste einfach sein....Und den Spinnaker haben wir auch wieder gesetzt, damit wir möglichst auch weiterhin vorn mitsegeln... Was in diesem Zusammenhang auch erwähnt werden muss: Auf der Dantés ist noch keine Minute die Selbststeueranlage in Betrieb gewesen!

Und nun zu den Ereignissen aus dem Bordleben
Der Proviant muss täglich kontrolliert werden. Was der sehr nette Gemüsehändler uns verkauft hat, bietet auch unerwartete Überraschungen: Im Augenblick stehen wir vor der Aufgabe, gegen die überraschend schnelle Reifung unserer Avocados, Mangos und Zuchinis gegen an zu essen. Die letzten 3 Tage haben wir 5 kg Bananen, 5 kg Mandarinen und an die 8 kg vollreifer Birnen aufgegessen...Man hat schließlich Verantwortung für seinen Proviant und kann in nicht der Verderbnis überlassen... Der Wettlauf bei grünen Bohnen, Paprika und Auberginen hat bereits begonnen.... Wie gesagt, bei uns ist alles frisch gekocht (auch wenn man sich in der Pantry angurten muss)!!!!!!! Seit zwei Tagen suchen wir nach dem Tomatenmark... und die mangelhafte Essigbevorratung erfordert improvisierte Salatsoßen...

Es gibt neue praxisrelevante Funktionen in der Crew: Wenn man sich mit einer Hand im Cockpit festhalten muss, in der anderen ein frisch gepelltes weiches Ei festhält und zwischen den Füßen die Kaffetasse festklemmt,wie bekommt man dann Salz aus der Salzmühle auf das Ei? Also man teilt eine Salzfrau/Salzmann ein...

Wir haben auch einen "geborenen" Bademeister, nämlich Gerd. Denn heute gab es den ersten Badetag auf dem Vorschiff. 5-7 Ladungen Salzwasser mit der Pütz für jeden von uns. Niemand macht diese Prozedur eleganter und mit soviel Einfühlvermögen für überfallartiges Duschen wie unser Bademeister. Es gibt von diesem Ereignis sehr interessante Videoaufnahmen unter besonderer Berücksichtigung verschiedenster Teile des menschlichen Körpers und der Mimik einzelner Crewmitglieder... Ob sie je frei gegeben werden, muss noch diskutiert werden...

Zum Abschluss mal keine Grüße sondern die besten neoklassischen Zitate von einzelnen Crewmitgliedern:

"Man muss auch mal Ballast abwerfen können" (Elmo, als wir den Abgang des Spinnakerbaums diskutierten)
"Gebrauchte Unterhosen riechen anders als Schweissfüße"
(Anonymos am Badetag)
"Aber wenn Du mit der Unterhose die Füsse abwischt, könnten sie genauso riechen
" (Bernd)
"Unsere Konkurrenz hat es irgendwie einfach, die muss nur unserem Geruch hinterherfahren" (Elmo, nach unserem guten Abendessen)

Haltet uns die Daumen

 

 

ARC 2011Irgendwas ist immer...

Wenn der Skipper excellent und die Crew gut ist (wir sind gut!!!) und deshalb wenige oder gar keine Fehler gemacht werden (meint "unser" Skipper Constantin), dann kommt es eben zu anderen "Ereignissen": Kurz nachdem wir unseren "vorläufigen" Geschwindigkeitsrekord aufgestellt hatten, brach der Achterholer am Spinnakerbaum. Zu dem Zeitpunkt sind wir wirklich nicht am Limit gesegelt. Der Knall holte die halbe Crew aus den Kojen. An Deck versuchte der Rudergänger die Dantes einigermassen vor dem Wind zu halten und zu fünft arbeiteten wir daran, den schlagenden Spinnaker herunter zu zerren und vor allem den Spinnakerbaum unter Kontrolle zu kriegen. Hat auch alles geklappt und unser Leichtwindspinnaker blieb heil. So was muss natürlich in einer Nacht passieren, wo man ohnehin das Gefühl hatte,in ein großes Loch zu segeln.

Wegen der Regenwolken war es wirklich pechschwarz, der Horizont schwer auszumachen und der Spinnaker war nicht einfach zu fahren. Aber mit Materialbruch muss man auch bei gutem, neuen Tauwerk rechnen. Wir sind dann die Nacht durch mit Großsegel und ausgebaumter Genua gesegelt. Am Morgen, kurz vor dem Frühstück (spät,so gegen 10:00) gab es dann wieder einen Knall. Diesmal verabschiedete sich der zum Ausbaumen der Genua gesetzte Spinnakerbaum, verbog eine Relingsstütze, glitt dann elegant über die Bordwand und verschwand in den Tiefen des Atlantik (Bericht des einzigen Augenzeugen). Vereinfacht ausgedrückt hat die Genua(schot) den Spinnakerbaum aus der Glocke am Mast gerissen und dabei auch den vorderen Beschlag abgeschert. Beim zweiten Bruch des Tages gab es vermutlich nicht nur eine Ursache, sondern da kam verschiedenes zusammen. Aber auch das haben wir hingekriegt und es ist ja noch ein zweiter Spinnakerbaum an Bord. Mit nur einem Baum werden zwar die Manöver umständlicher, aber wir können gut und erfolgreich weiter segeln. Wie wir wissen, gab es auch bei anderen Yachten Bruch und technische Probleme. Mindestens eine Crew musste deswegen einen Hafen anlaufen. Das müssen wir alles nicht. Und nun die gute Nachricht (die anderen Nachrichten waren nicht wirklich schlecht !!!): Unser zweites Tagesetmal beläuft sich auf 200 Meilen...

Wir hatten heute einen sehr schönen blutroten Sonnenuntergang vor dunkelgrauen bis schwarzen Regenwolken und dazwischen schauerte es auch noch ein bisschen. Sehr romantisch: Die Crew grüsst deshalb besonders die "Ehefrauen, Freundinnen und Gefährtinnen, Freunde und
ähnliche menschliche Wesen...." heute Nacht werden wir noch durch mehrere Regenschauer fahren...

 

Kaffee, Pfefferminztee und Flauten-Gulasch


Die Dantés segelt in der Cruising Division und unsere Gruppe F startete als letzte zur ARC. Deshalb verließen wir den Hafen spät. Es war ein Riesenfest an der Mole, wir standen natürlich "ordentlich in unsere Crewshirts gekleidet" an Deck und gaben alles: Winken, Verbeugen,Hüftschwung und natürlich die "Welle"!

Der Start war um 13:00 vorgesehen und erfolgte auch -wenn auch nicht so, wie wir das erwarteten... Jedenfalls waren wir irgendwie zu spät dran, denn als wir noch auf das Anzählen der letzten Minute warteten, wurde die Regatta angeschossen. Sollten wir nun protestieren oder was? Also wir machten, dass wir hinterher kamen und die Anderen wieder zu fassen bekamen. Das führte dann auch zum ersten Spinnakermanöver des Tages...und ab ging es.
Wir sind die ersten Stunden richtig gut und schnell gesegelt und hatten um 15:30 die ersten 30 Meilen durch, was an sich nicht besonders erwähnenswert wäre, aber das war genau 1% unserer Gesamtstrecke von ca. 3000 Meilen, dazu noch blauer Himmel, ein paar Bilderbuchwolken und total gute Stimmung...

Also machten wir unsere Kaffee- und Kuchenpause. Die Atlantikdünung und der Wind machten das dann "überrschend schwierig". Anders ausgedrückt, wir hatten eine üble Welle, in der Pantry war nur noch angegurtet zu arbeiten und das ist nicht die ideale Situation für die Herstellung von deutschem Filterkaffee. In diesem Zusammenhang muss man erwähnen, dass wir ein Gourmetcrew sind, also wir haben überhaupt keinen Nescafe oder dergleichen gekauft und leider auch keine kleine Kaffemaschine... Es schweisst eine Crew sehr zusammen, wenn der eine die Kanne festhalten muss, der andere den Filter und der dritte versucht, heisses Wasser kordiniert mit den Schiffsbewegungen hinein zu giessen... Da das mit der Welle noch nicht besser geworden ist, ist der Kaffeeverbrauch während der Nacht auf null gesunken und auch am Tage sehr zurückgegangen... Dafür steigt der Verbrauch von Pfefferminztee. Wir haben auch neue Herstellungstechniken entwickelt: Man stelle mit viel Kaffee und wenig heissem Wasser eine starke "Essenz" her, die man dann mit viel heissem Wasser zu Kaffee verwandelt... Im Nachhinein betrachtet war es eine wirklich gute Idee, dass wir für den ersten Tag vorgekocht hatten; das wäre nicht einfach geworden. Es gab übrigends "Flauten-"Gulasch...

Am frühen Abend segelten wir dann genau zu Sonnenuntergang in einen der Windschattenfelder der Kanaren. Mit Sundowner und kleiner Feier war nichts mehr. Stattdessen dümpelten wir ohne jeden Ruderdruck in einer Schwachwindzone mit ständig drehenden Winden. Die Windanzeige war nicht mehr zu gebrauchen, wir versuchten unter Decksbeleuchtung irgendeinem Wind der mal kam, mal ging hinterher zu fahren, kein Trick half. Nach zwei Stunden wurde es etwas besser und wir liefen dann mit mäßigem Wind mit durchschnittlich 5 Knoten durch ein pechschwarze Nacht. Aber auch das hatte um 02:00 ein Ende, dann parkten wir wieder eine Stunde in einer Schwachwindzone... Aber seitdem laufen wir unter Leichtwindspinnacker durchschnittlich 7 Knoten.... Und um 13:00 war unser erstes Etmal genau 160 Meilen.

Die Crew grüsst Euch alle....soweit Ihr unsere Freunde seid. Wir sind immer noch so, wie Ihr uns kennt und liebt. Wir führen nur tiefgehende Gespräche im Cockpit, z.B. über den Einsatz von Silikon im menschlichen Körper, das Fressverhalten von Haifischen bei Flaute oder das Fahrverhalten von älteren Menschen mit Autos und Fahrrädern. Und wir segeln natürlich.

Und eben jetzt brachen wir unseren Geschwindigkeitsrekort: Die Dantés jagt mit 10 Knoten unter Spinnaker durch die Nacht!!!

 

1. Tag auf See

Wir haben einen guten Start mit hohen Geschwindigkeiten samt Spinnaker-Segeln hingelegt. Bevor auf Höhe des Airports Gran Canaria die sogenannte Acceleration Zone mit Starkwind eingesetzt hat, haben wir den den Leichtwind-Spi geborgen. Am Abend setzte dann im Einzug des Windschattens von Gran Canaria indifferenter Wind ein, den wir mit mehreren Manövern in der Nacht aussegelten. Das war mühsam und arbeitsreich, aber auch interessant, wie weit der Einfluss der Kanarischen Inseln auf den ansonsten vorherrschenden Seewind reichen kann.

Seit den frühen Morgenstunden kommen wir in stabileren moderaten NE-Wind hinein, und segeln seit der tiefen Nacht den Leichtwind-Spinaker Kurs SSW um das stärkere Windfeld zu erreichen. Es läuft also doch wieder auf die klassische ARC-Route hinaus.

Die Stimmung an Bord ist sehr gut - die Crew sitzt nach einem Frühstücksbuffet in voller Besetzung im Cockpit.

 

 
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Segelreviere: Nordsee, Ostsee, Englischer Kanal, Atlantik, Keltische See, Irminger See, Nordmeer, Karibik und Ostküste USA.
Unser besonderes Highlight: Schwerwettertraining auf der Nordsee.