An der Nordsee gibt die Tide den Zeitablauf vor, um Ebbe und Flut gemäß dem anvisierten Törnziel optimal nutzen zu können. Hierbei ist das Studium der Revierkunde in der Vorbereitung genauso wichtig, wie der gehörige Ausguck nach Leuchtfeuern und befeuerten Tonnen während der Nachtfahrt. Unbeleuchtete Seezeichen erkennt der Navigator über das Radar und teilt dieses der Crew in den Kursanweisungen an den Rudergänger unmittelbar mit.
SY Charisma Logbuch-Auszug vom 5. April 2004 Nächtliche Durchsteuerung der Norderpiep im Nordfriesischen Wattenmeer „Nach Passieren der Ansteuerungstonne segeln wir mit Genua IV und Großsegel im 3. Reff vorbei an den Westausläufern der Sände, fallen mit neuem Kurs SSE ab mit Kurs Norderpiep. Wir durchsteuern das Seegat in der Dämmerung und eintretender Dunkelheit unter Radar. Mit dem nun einsetzenden auflaufenden Gezeitenstrom bedeutet diese schnelle Fahrt in diesem engen Fahrwasser höchste Ansprüche für die Crew. In akribischer Navigation und mit zuverlässiger Seemannschaft segeln wir die Yacht an den unbeleuchteten Tonnen und dicht ans Fahrwasser angrenzenden Sänden vorbei sicher nach Büsum. Wir machen an einem Fischkutter längsseits fest.“