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Constantin Claviez - Lebenslauf
Die Eigenschaften und Themen meiner Eltern waren und sind prägend für das, wofür ich mich in der Yachtbranche entschieden habe - als Schiffsführer mit engagierten Seglern, als teamfähigen Persönlichkeiten gesteckte Ziele gemeinsam zu erreichen. Als ich fünf Jahre alt war, haben mich meine Eltern und mein Patenonkel Kurt Pressel als mein Mentor des Segelns zum ersten Ostseetörn mit auf sein Folkeboot genommen. Das Segeln habe ich somit von der Pike auf gelernt, am Baldeneysee auf dem Folkeboot und Optimisten, auf dem Steinhuder Meer, an der Südküste von England sowie beim Deutschen Hochseesportverband (DHH) bei Törns auf der Ostsee und der Nordsee.
Das Segeln war in den vergangenen Jahren nicht bestimmend, sondern Teil mehrerer Hobbies und Interessen. So standen, solange es der Zeitrahmen zuließ, Motorradtouren an, als spannendste Reise jene über den Balkan bis nach Istanbul. Zudem unternahm ich unter Leitung eines Freundes, der am Lawinenforschungsinstitut in Davos gearbeitet hat, Skitouren. Zunächst über den Deutschen Alpenverein, dann privat. Die Touren führten uns durch die Alpen Österreichs und der Schweiz, zudem querten wir mit Zelt, Kocher und voll bepacktem Rucksack das Lappland. Meine physischen und psychischen Leistungsgrenzen lotete ich in mehreren Marathonläufen in Berlin und in Hamburg aus.
Mein Ziel hatte sich mit meiner zunehmenden Entwicklung auf einen Kontinent konzentriert und meine Wahl fiel auf Afrika. Ausschlaggebend hierfür war, dass ich Englisch und Französisch spreche. Bei entfernten Verwandten in Namibia hatte ich zudem die Gelegenheit auf ihrer Farm zu arbeiten. So kündigte ich meinen Arbeitsvertrag und brach im Sommer 1988 mit meinem Rucksack auf, trampte durch Europa, setzte mit der Fähre nach Israel über und reiste nach und durch Ägypten, kreuz und quer am Nil entlang, durch die Wüsten und am Roten Meer, über den Assuan Staudamm bis nach Wadi Halfa, in den Sudan hinein und fuhr auf dem Dach eines überfüllten Zuges bis nach Khartum, in Ost-West Richtung von Port Sudan am Roten Meer bis nach El Genena an der Grenze zum Tschad, bis ich schließlich in die sudanesische Hauptstadt zurückkehrte. Aufgrund des arabischen Scharia Gesetzes und den damit verbundenen Unruhen war der Südsudan auf dem Landweg nicht zu passieren, so dass ich nach Kenia weiterflog. Meine Tour führte mich über Tansania und Ruanda bis in den Osten des damaligen Zaires, zu meinen eindrücklichsten Tierbeobachtungen während der gesamten Reise durch Afrika - den Berggorillas im Kahuzi-Biega Nationalpark. Meine Tour führte mich wieder zurück nach Kenia und dann weiter über Tansania, Sambia, Zimbabwe, Botswana bis nach Südafrika und Namibia. Dort arbeitete ich für ein halbes Jahr auf einer intensiv bewirtschafteten Farm. Wir pflanzten Sorghum und Blaubüffelgras, ernteten es und stauten die Ballen als Winterfutter für die Rinder in der Scheune. Die Arbeit reichte vom Kastrieren der Bullen, übers Enthornen und Impfen bis zum Besamen von Kühen. Morgens um 5 Uhr begann die dreistündige Melkprozedur von über 100 Kühen, 12 Stunden später am Abend wiederholte sich das Ganze. Die schwarzen Farmarbeiter lebten auf dem Gelände. Zur Versorgung schossen wir gezielt Kudus und Warzenschweine. Mit den Eingeweiden stellten wir Fallen für Schakale, die eine Gefahr für die frei weidenden Kälber innerhalb der Rinderfamilie waren. Der gesamte Aufenthalt in Namibia fiel in den damals von der UNO überwachten Unabhängigkeitsprozess mit den ersten freien Wahlen in diesem Land.
Dem folgte der Beginn meines seit 1993 währenden Gewerbes Claviez Yachtservice.
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