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Constantin Claviez

Constantin Claviez - Lebenslauf


Kinder- und Jugendjahre

Am 4. Mai 1963 wurde ich in Hamburg geboren.

Mein Vater Wolfram Claviez war Schiffsbauingenieur und Autor des Klassikers: „Claviez - Seemännisches Wörterbuch“ sowie Übersetzer von nautischen Standardwerken, zudem Kunstmaler und Künstler. Meine Mutter Elisabeth Claviez (geb. Schieber) ist Sozialarbeiterin i. R. und hat durch ihren Einsatz und ihre Persönlichkeit das Lebenswerk meines Vaters ermöglicht. Mein Bruder Dr. Alexander Claviez ist Arzt für Pädiatrie und Onkologie an der Universitätsklinik in Kiel. Aus der ersten Ehe meines Vaters war mein Bruder Dr. Michael Claviez Mikrobiologe am Max-Planck-Institut bei München, meine Schwester Dr. Ulrike Riechers ist Kunsthistorikerin in Halle.

Die Eigenschaften und Themen meiner Eltern waren und sind prägend für das, wofür ich mich in der Yachtbranche entschieden habe - als Schiffsführer mit engagierten Seglern, als teamfähigen Persönlichkeiten gesteckte Ziele gemeinsam zu erreichen.

Als ich fünf Jahre alt war, haben mich meine Eltern und mein Patenonkel Kurt Pressel als mein Mentor des Segelns zum ersten Ostseetörn mit auf sein Folkeboot genommen. Das Segeln habe ich somit von der Pike auf gelernt, am Baldeneysee auf dem Folkeboot und Optimisten, auf dem Steinhuder Meer, an der Südküste von England sowie beim Deutschen Hochseesportverband (DHH) bei Törns auf der Ostsee und der Nordsee.


Schule, Bundeswehr und Ausbildung

Mittlerweile habe ich die Schule durchlaufen und 1982 mein Abitur gemacht. Im selben Sommer wurde ich zur Bundeswehr eingezogen und verpflichtete mich für zwei Jahre mit der Laufbahn zum Unteroffizier (Maat bei der Marine) in der Einheit des Küstenschutzes samt klassischer Gefechtsausbildung. Im Jahre 1984 begann ich bei der Howaldtswerke Deutsche Werft (HDW) in Kiel eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Dem folgte 1987 nach Abschluss der Ausbildung die Übernahme in ein Angestelltenverhältnis als Sachbearbeiter im Controlling für Gemeinkosten und Budgetierung.

Das Segeln war in den vergangenen Jahren nicht bestimmend, sondern Teil mehrerer Hobbies und Interessen. So standen, solange es der Zeitrahmen zuließ, Motorradtouren an, als spannendste Reise jene über den Balkan bis nach Istanbul. Zudem unternahm ich unter Leitung eines Freundes, der am Lawinenforschungsinstitut in Davos gearbeitet hat, Skitouren. Zunächst über den Deutschen Alpenverein, dann privat. Die Touren führten uns durch die Alpen Österreichs und der Schweiz, zudem querten wir mit Zelt, Kocher und voll bepacktem Rucksack das Lappland. Meine physischen und psychischen Leistungsgrenzen lotete ich in mehreren Marathonläufen in Berlin und in Hamburg aus.


Einmal um die Welt reisen

Seit langem ging mit mir mein Traum um, einmal um die Welt zu reisen. Aus dem geschilderten Ablauf wird klar, dass die Realisierung dieser Wünsche nicht auf einen selbst zukommt, sich sozusagen ergibt, sondern dass man selbst etwas aktiv dazu tun muss. So fasste ich mit der Übernahme als Industriekaufmann den Entschluss noch ein Jahr in meinem erlernten Beruf zu arbeiten, bevor ich mich auf die große Reise begeben würde.

Mein Ziel hatte sich mit meiner zunehmenden Entwicklung auf einen Kontinent konzentriert und meine Wahl fiel auf Afrika. Ausschlaggebend hierfür war, dass ich Englisch und Französisch spreche. Bei entfernten Verwandten in Namibia hatte ich zudem die Gelegenheit auf ihrer Farm zu arbeiten.

So kündigte ich meinen Arbeitsvertrag und brach im Sommer 1988 mit meinem Rucksack auf, trampte durch Europa, setzte mit der Fähre nach Israel über und reiste nach und durch Ägypten, kreuz und quer am Nil entlang, durch die Wüsten und am Roten Meer, über den Assuan Staudamm bis nach Wadi Halfa, in den Sudan hinein und fuhr auf dem Dach eines überfüllten Zuges bis nach Khartum, in Ost-West Richtung von Port Sudan am Roten Meer bis nach El Genena an der Grenze zum Tschad, bis ich schließlich in die sudanesische Hauptstadt zurückkehrte. Aufgrund des arabischen Scharia Gesetzes und den damit verbundenen Unruhen war der Südsudan auf dem Landweg nicht zu passieren, so dass ich nach Kenia weiterflog. Meine Tour führte mich über Tansania und Ruanda bis in den Osten des damaligen Zaires, zu meinen eindrücklichsten Tierbeobachtungen während der gesamten Reise durch Afrika - den Berggorillas im Kahuzi-Biega Nationalpark. Meine Tour führte mich wieder zurück nach Kenia und dann weiter über Tansania, Sambia, Zimbabwe, Botswana bis nach Südafrika und Namibia. Dort arbeitete ich für ein halbes Jahr auf einer intensiv bewirtschafteten Farm. Wir pflanzten Sorghum und Blaubüffelgras, ernteten es und stauten die Ballen als Winterfutter für die Rinder in der Scheune. Die Arbeit reichte vom Kastrieren der Bullen, übers Enthornen und Impfen bis zum Besamen von Kühen. Morgens um 5 Uhr begann die dreistündige Melkprozedur von über 100 Kühen, 12 Stunden später am Abend wiederholte sich das Ganze. Die schwarzen Farmarbeiter lebten auf dem Gelände. Zur Versorgung schossen wir gezielt Kudus und Warzenschweine. Mit den Eingeweiden stellten wir Fallen für Schakale, die eine Gefahr für die frei weidenden Kälber innerhalb der Rinderfamilie waren. Der gesamte Aufenthalt in Namibia fiel in den damals von der UNO überwachten Unabhängigkeitsprozess mit den ersten freien Wahlen in diesem Land.


Berufserfahrung als Industriekaufmann


Nach meiner Rückkehr im Dezember 1989 nach Deutschland übernahm mich die HDW in Kiel Anfang 1990 in ein erneutes Angestelltenverhältnis, diesmal als Sachbearbeiter im Auftragskosten-Controlling für Handelsschiffe, ein kaufmännisch interessanter, aber auch sehr abstrakter Beruf mit hohem zeitlichen Aufwand. Wir arbeiteten viel am Computer, erstellten Kostenanalysen und Management-Reports für die Geschäftsleitung, errechneten Bauzeitzinsen, arbeiteten an Unternehmensplanungen und Jahresabschlüssen.


Intensivierung des Segelns vom Hobby zum Beruf


Ab dieser Zeit intensivierte sich wieder das Segeln, das ich nebenberuflich für die Segelschule Sailaway Yachtsport in Kiel betrieb. Ich fuhr auf verschiedenen Yachten unter erfahrenen Skippern und übernahm wieder eigene Törns, vielfach Ausbildungstörns. Diese Plattform hat sich für mich als idealer Werdegang im nautischen, seemännischen und persönlichen Sinne herausgestellt.

Im Jahre 1993 versuchte ich meinen damaligen Abteilungsleiter nach über dreijährigem beruflichem Engagement davon zu überzeugen, dass mir (und damit auch ihm) eine unbezahlte berufliche Auszeit, gefüllt durch praktische neue Herausforderungen in Form einer halbjährigen aktiven Segelsaison, gut täte. Unseren konträren Haltungen in dieser Frage folgte in Konsequenz meine erneute Beendigung des Arbeitsvertrages als Angestellter.

Dem folgte der Beginn meines seit 1993 währenden Gewerbes Claviez Yachtservice.


Constantin Claviez







 

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Segelreviere: Nordsee, Ostsee, Englischer Kanal, Atlantik, Keltische See, Irminger See, Nordmeer, Karibik und Ostküste USA.
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