Unsere Erlebnisse

Großes Heulen und Zähneklappern...

In der Seekarte steht:Dangerous Tidals Streams...

Die Clyde Cruising Association schreibt:Die vom Strom erzeugten Wellen sind immer höchst beängstigend, oft kommt es zum Brechen der schaumbesetzten Kämme. In ruhigem Wetter können die Wellen bei Flut eine Höhe von vier Metern erreichen und tosenden Lärm erzeugen...

Constantin sagt:Heute sind ideale Bedingungen durch den "Gulf of Corryvreckan" zu segeln. Ich frage mich: Kann es für diesen strudelnden Hexenkessel überhaupt ideale Bedingungen geben?

Großes Heulen und Zähneklappern....aber der Skipper lässt sich nicht beirren!

Bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir Ardfern. Auf frischem Am-Wind-Kurs binden wir in der Dorus More Passage das 1. 2. und dann das 3. Reff ein. Vor uns sehen wir zwei weitere Yachten, die ebenfalls den Sund ansteuern. Es scheint, als wären wir nicht die einzigen auf der Suche nach dem maximalen Strudel! Jeder von uns ist mit dem Live-Belt seiner Schwimmweste im Streckgurt an Steuerbord eingepickt. Wir sind gespannt: Was wird uns in der berüchtigten Meerenge zwischen den Inseln Scarba und Jura erwarten?

Wir halten auf die Süd-Ost Huk von Scarba zu. Die ersten Strudel beginnen. Der Strom versetzt uns nach Süden und drückt uns mit 6 kn durch den Sund. Wir machen 12 kn Fahrt über Grund!

In der Mitte des Gulf of Corryvreckan schläft der Wind plötzlich ein. Im 3. Reff gleiten wir gemächlich durch das sprudelnde Wasser, vorbei an rießigen tellerförmigen Eddies.

Wir schauen uns fragend an. War das schon alles? Wir hatten brechende Seen und tosende Wellen erwartet! Unser Skippy lag doch richtig mit den Idealen Bedingungen. Ausreffen ist angesagt...

Doch man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben! Der Gulf of Corryvreckan liegt schon weit hinter uns, als wir doch noch eins auf die Mütze bekommen. Bei Wind gegen Strom baut sich in der Hebriden See eine beachtliche Welle auf, die wir im 2. Reff abreiten. Bevor wir das 3. Reff einbinden entscheiden wir uns abzufallen und im Schutz der Insel Colonsay vor Anker zu gehen.

Als Belohnung für die strudelnden Erlebnisse gibt es zum Abendessen frischen Hummer, der mit uns in der Backskiste von Ardfern hier her gereist ist.

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