Unsere Erlebnisse

2012 | Der Hochseetörn nach New York hatte es in sich

Im Südwestquadranten des Hochs über den westlichen Nordatlantik segelten wir unter Spinnaker in den Golfstrom hinein. Dieser Fluss im Meer strömt als Wärmepumpe durch die Straße von Florida gen Norden und erreicht Geschwindigkeiten von 2 bis 4 kn.

Man erkennt dieses Natur-Phänomen ohne Elektronik. Mit Erreichen des Golfstroms verändert sich das Wasser. Diese Veränderungen waren auch nachts wahrnehmbar, da am Rand des Golfstroms fluoreszierendes Kabbelwasser an Deck spritzte. Wir dachten zunächst an Delphine – es waren jedoch die gegenläufigen Wasserströmungen bis sich die See beruhigte und wir in der vollen Intensität mit dem Wind und mit dem Golfstrom mit über 10 kn Fahrt über Grund nach Norden segelten.

Es entwickelten sich Seegewitter, die uns insbesondere nachts zusetzten. Das Aufeinanderprallen der heißen Luftschichten über den Golf von Mexiko sowie den kalten Luftströmungen aus dem Norden führt auf dem Atlantischen Ozean vor der Südostküste der U.S.A. immer wieder zu elektrostatischen Aufladungen, die sich in Blitzen entladen. In einer Nacht hatte ein Seegewitter mit Schauern, böigem steifen Starkwind, Donner und Blitzen rund um die Yacht eine Intensität erreicht, dass wir die Segel geborgen und das Ruder festgestellt haben. Auf meine Order hin verholte sich die Wache in den Salon, so dass wir alle unter Deck waren während die Yacht vor Topp und Takel lenzte. Der Grund für diese Maßnahme waren die Blitze um uns herum, die die nächtliche Szenerie grell erleuchteten – das zu erleben ist der Inbegriff höherer Gewalt.

Das Seegewitter zog durch und wir nahmen am frühen Morgen den Bordbetrieb wieder mit unserem bewährten Wachsystem auf, segelten erneut in den Golfstrom hinein. Wir hatten jedoch Zeit verloren und die instabil gewordene Wetterlage schickte uns ein kräftiges Tief mit weiteren prognostizierten Seegewittern. Die über Satelliten-Telefon von der Charisma – ‚Shore‘-Crew eingeholte Aktualisierung der US-Gribdaten führte zum Anlaufen des Hafens von Southport in North Carolina. Das war ‚just in time‘, denn wenige Minuten später verdichteten sich tiefgraue Wolken, aus denen es wie aus Kübeln schüttete...

Der Durchhaltewillen, die Kameradschaft und exzellente Seemannschaft der zu einem Team zusammengewachsenen Crew wurde belohnt mit Erreichen von New York.

Lesen Sie über uns in...