Unsere Erlebnisse

TR 2015 | DinnerSea

Während den zwei Sturmtagen hatten sich die "Profi-Köche" Bernd und Gerd bereit erklärt ein Essen auf den Tisch zu zaubern und den äußeren Bedingungen wie Welle, Krängung des Bootes zu trotzen.

Die zwei verständigten sich auf eine Kartoffelsuppe mit Würstchen und einen Kartoffel-Karotten Auflauf mit Speck, Zwiebeln und Eiern. Das Prozedere der Zubereitung muß man sich jetzt wie folgt vorstellen: Es beginnt mit einer 2-3 stündigen Vorbereitung unter den genanten Bedingungen, also Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln schälen und stückeln oder in Scheiben schneiden. Dies geschieht in einem Umfeld, in dem vielleicht noch ein Sitzplatz frei ist sowie etwas Platz auf dem Tisch. Alle anderen Ecken und Flecke sind belegt mit nassem Ölzeug, geruchsintensiven Klamotten und anderen Dingen. Das Schneidebrett, Töpfe und Messer auf dem Tisch bewegen sich selbständig im Seegang trotz aller Versuche sie zu sichern, rutschen über den Tisch, fallen einschließlich der zu bearbeitenden Essenssachen zu Boden und..., besonders prickelnd, wenn sich Schneidemesser verselbständigen!

Das zweite Crewmitglied, das unbedingt gebraucht wird, fängt gegen Ende der Vorbereitung an, Pött und Pan zu suchen, freifliegende Ölflaschen zu bändigen und den Herd anzufeuern, aber mehr als 2 Töpfe geht nicht, gesichert und kardanisch aufgehängt, ständig in Bewegung. Man sei erinnert: draußen weht es heftig. Der Platzbedarfs in der Kombüse gebietest, dass der Mann am Herd, gewisse akrobatische Fähigkeiten haben muß. Darüberhinaus fehlt ihm meistens die dritte Hand und ein drittes Bein zum Ausbalancieren. Nun versuchen beide das Menü fertigzustellen - anbraten, kochen, braten, stampfen, erwärmen - eine große Herausforderung für ein gemeinschaftliches "Dinner" an einem stürmischen Tag.

Nun zum Verzehr: jeder ist darauf spezialisiert mit nur einem Geschirrartikel - Schale oder Teller - und einem Besteck - wahlweise Löffel oder Gabel - auszukommen. Warum? Es gibt nicht mehr Platz, denn man ist im Stehen im Salon, wenn es regnet oder man sitzt bei Sonnenschein im Cockpit, aber man hat nur 2 Hände! Das Geschirr mit dem Essen wandert also gefüllt vom Koch zum Crewmitglied und nach dem Nachschlag gleicherarte wieder zurück. Die Begrenzung des Geschirrs hat jedoch Vorteile dahingehend, dass weniger abzuwaschen ist. Der Abwasch erfolgt in der Pütz draußen oder bei Regen in der Spüle mit Seewasser. Die Handtücher zum Trocknen sind durch das Salzwasser ständig feucht, aber es geht auch so.

Nun soll mein Bericht aber niemanden abschrecken. Wir haben bisher tolle Gerichte serviert bekommen - Gulasch, Spaghetti Bolognese, Aufläufe, Suppen mit Gemüse. Es hat allen immer gut geschmeckt. So soll mein Bericht auch Ausdruck dafür sein, wie auch erschwerende Bedingungen dazu beitragen, wie toll es ist mit einer Supercrew unter herausfordernden Bedingungen letztendlich Zufriedenheit, Freude am Erreichten und ein bißchen Stolz zu erzeugen. Vielleicht wissen ja unsere Frauen zu Hause, die ich von ganzem Herzen Grüße, gar nicht, welch "verkappte" Köche ihre Männer sind. Hoffentlich merkt das meine Frau nicht!!! Euch allen herzliche Grüße von Bord der Charisma, ein Gruß an Andrea, die sich stets darum kümmert, dass wir die wichtigen und neuen Informationen bekommen.

P.S. für Eingeweihte: Heut gibt es Pasta mit Thunfisch und Champignons gekocht von Salmonellen-Elmo.

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