Unsere Erlebnisse

Englischer Kanal - Gale Warning

Dieser Herbst gibt alles! Nach Sturm im North Channel, Starkwind in der Keltischen See nun also noch der Englischen Kanal.

Friedlicher Auftakt
Der Morgen an der Küste Cornwalls beginnt friedlich. Der Starkwind hat über Nacht nachgelassen. Um 10 Uhr lichten wir den Anker. Mit dem Strom segeln wir bei leichtem Wind entlang der wild-romantischen Küste Cornwalls. Wohlweislich binden wir - Landsend im Blick - das dritte Reff ein. Kaum haben wir den Leuchtturm Long Ships an Backbord passiert, wird der Windschalter angeknipst.

Stürmische Überfahrt
Über Funk gibt die British Coast Guard zur Mittagszeit eine Gale Warning mit dem Zusatz "soon" für unser Seegebiet heraus. Bei zunehmendem Wind und Seegang bergen wir das Großsegel und jagen nur noch unter der 25 qm großen Genua IV gen SO. Unsere Swan geht auf Am-Wind-Kurs gut durch die Welle. Trotzdem werden das Deck, die Crew und der Steuermann regelmäßig mit Seewasserduschen gespült. Der Wind weht konstant mit 35 kn, in Böen kratzen wir an den 40. Gegen 18 Uhr zieht "on top" eine Front durch, die das ganze nochmals intensiviert. Die See schäumt und ist bis zum Horizont mit sich brechenden Wellen übersäht.

Bewegte Nachtfahrt
Die ursprünglichen Grib-Daten sagten ein Abschwächen des Windes in den Abendstunden vorher. Davon ist allerdings nichts zu spüren! Über unser satelitten-gestütztes Iridium-Go System holen wir vor Einbruch der Dunkelheit nochmals die aktuellsten Wetterinformationen ein. Das Starkwindfeld hat sich weiter über den Kanal bis nach Frankreich ausgeweitet. Wenigstens konsolidiert sich der Wind in der Nacht bei knapp 30 kn. Die Crew geht verlässlich ihre Wachen und steuert die Charisma durch die stürmische See.  

Vive la France
Mit Annäherung an die Französische Küste lässt der Seegang in der Landabdeckung nach. Der Wind ist jedoch noch lange nicht am Ende. Bei Nacht steuern wir in den Chenal de Four. Trotz Gegenstrom kommen wir mit 5 kn gut voran. Unter sportlichen Kreuzschlägen segeln wir in den Rade de Brest. Mit Hochwassem laufen wir am frühen Vormittag in Camaret-Sur-Mer ein.

Geschafft!
Die Britischen Inseln, die uns in den letzten Wochen mit ihren Sturmtiefs in Atem gehalten haben, liegen 150 sm achter aus. Das feuchte Innenleben unserer verlässlichen Swan wird nach außen gekehrt und trocknet in der französischen Sonne. Bei Croissants und Baguette genießen wir das Ankommen in moderateren Gefilden.

Lesen Sie über uns in...