Hamburger ManöverSicherheitsmanöver aus der Praxis

Bei Segeltrainings auf der Nordsee übte Constantin Claviez in den 1990er Jahren mit seinen Crews immer wieder verschiedene Sicherheitsmanöver. Das Münchner Manöver und dessen Konzept - im beigedrehten Zustand auf die Person zuzutreiben - bewährte sich in der Praxis am besten. Bei viel Wind und Welle bot es aber zu wenig Manövrierraum. Häufig verfehlten ungeübte Segler die Boje beim ersten Versuch.

Vom "Münchner" zum "Hamburger" Manöver
Claviez
wandelte das Münchner Manöver ab. Statt sofort Hoch-An-Wind zu gehen, fällt er auf Halbwind-Kurs ab. Damit verschaffte er sich mehr Raum, um nach der Wende mit backstehender Fock koordiniert auf den Überbordgegangen zuzutreiben. Das Hamburger Manöver war geboren.

Perspektivenwechsel - Boje-über-Bord

Das Hamburger Manöver aus verschiedenen Perspektiven

Im Wasser - das Hamburger Manöver aus Sicht des Überbordgegangenen

An Bord - das Hamburger Manöver aus Sicht des Rudergängers

Constantin Claviez, Skipper & Eigner SY Charisma
Skipper & Eigner SY Charisma

Das Hamburger Manöver stellt sich in meinem bisherigen Seglerleben als die überzeugendste und erfolgreichste Variante aller Sicherheitsmanöver dar.

Die Vorteile des Hamburger Manövers ...

  • Das Manöver ist mit kleiner Crew realisierbar.
  • Keiner an Bord wird durch schlagenden Schoten gefährdet.
  • Das niedrige Freibord vereinfacht die Bergung.

Eine Erfolgs-Garantie kann es trotz bester Quoten nicht geben. Zum Gelingen des Manövers ist immer wiederkehrendes Training in verschiedensten Wetterlagen notwendig. Außerdem muß das spezifische Seeverhalten des jeweiligen Schiffstyps berücksichtigt werden.

All das setzt die Bereitschaft bei Skipper und Crew voraus, sich vor jedem Segeltörn dem Thema "Person über Bord" neu zu stellen.


Constantin Claviez, Profi-Skipper