Unser drittes Etmal (30.06.-01.07.15 jeweils 6 UTC) liegt bei 125 sm. Wie bereits erwähnt hat sich Karl schon lange vor dem Start des Trans Atlantic Races mit dem Routing und möglichen Taktitken beschäftigt.
Den Veraluf des Golfstroms mit seinen Eddies berücksichtigend, haben wir uns nach umfangreichen Abwägungen für eine nördliche und somit direkte Kursvariante entschieden. Auf Basis unserer Seewetterinformationen scheint und das die effizienteste Route zu sein. Die längere Wegstrecke zum Golfstrom kann sich mit dem Ausnutzen des Goflstroms rentieren, birkt aber auch Risiken. Die am Rande des Stroms rechtsdrehenden Eddies können zu nicht unerheblichen Gegenstrom führen. Der Hebelfaktor ist bei bis zu 3 kn immens. Da der Golfstrom permanent und im wahrsten Sinne des Wortes im Fluss ist, ist es schwierig die Strömung genau vorherzusehen und verlässliche Stromdaten zu erhalten.
So entschieden wir uns nach südlichem passieren der Nantucket Shoals den NW-Sektor eines 100 sm umfassenden Eddies nördlich des Golfstroms anzuvisieren. Entscheidungsgrundlage war die optimale Bootsgeschwindigkeit im Verhältnis zur Windrichtung und Stärke. Welche Taktik (Nord- oder Südroute) bei der anspruchsvollen Bewältigung des Nordatlantiks am besten aufgegangen sein wird, werden wir mit Passieren des Point Alphas sehen.
Elmo: Am gestrigen Nachmittag mussten wir aus dem Flautenfeld mit Geduld herausnavigieren. Es war weiter südlich als in den Gribdaten vorhergesagt. Also zogen wir weiter nach Süden aus dem Feld heraus, da unterhalb 41 Grad N mehr Wind vorhergesagt war. Das bestätigte sich auch. Wir versuchen diesen Wind in den nächsten Tagen zu nutzen, um weiter nach Osten zu kommen. Unser nächster Fixpunkt ist Point Alpha, das ist der westliche Punkt der Eis Ausschlusszone. Von da aus geht es zum östlichen Point Alpha und danach erst weiter nördlich.

