Unsere Erlebnisse

Kurs Norwegen (statt Spitzbergen)

Die Wetterlage über dem Europäischen Nordmeer ist unter umfangreichem Tiefdruckeinfluss komplex. Wir befinden uns im Wettlauf mit der Zeit, um die höchste Intensität des stürmischen Nord- bis Nordostwind zu vermeiden. Ausserdem versperrt uns die Wetterlage den Weg Richtung Spitzbergen. Wir werden unseren Kurs in östliche Richtung gen Nordnorwegen absetzen müssen.

Adieu Beerenberg
Das war ein kurzes Vergnügen. Nach 2 Stunden Pause heißt es um 14:10 Uhr schon wieder "Anker auf". Bei leichtem ablandigem Wind segeln wir entlang der Südküste von Jan Mayen auf Kurs Ost. Mit dem Passieren des Beerenbergs etabliert sich der Wind auf Nordost 3-4 Beaufort.

Rasanter Kurs durchs Nordmeer
In der Nacht zum 25. Juli nimmt der rechtsdrehende Wind auf Nordost bis Ost 5-6 Beaufort zu. Mit gerefftem Großsegel segeln wir auf rasantem Kurs ESE durch das weite Europäische Nordmeer. In der Nacht zum 26. Juli nimmt der Wind vorübergehend auf 4-5 Beaufort ab. Tagsüber weht er jedoch wieder frisch aus Nordost-Ost.

Kontinuierliches Wachsystem
Wir halten die CHARISMA konsequent auf "Am-Wind-Kurs" und fahren das bewährte überlappende Wachsystem. Die Yacht läuft kraftvoll durch das Nordmeer. Das Leben an Bord ist anstrengend. Wir machen gute Fahrt – leider nicht gen Spitzbergen sondern gen Norwegen. Am Abend nimmt der Wind ab. Wir laufen unter Motor in die Nacht zum 27. Juli.

Sonniger Morgen
Der Wind dreht auf Ostsüdost 2-3 Beaufort. Wir setzen die Segel und laufen nun auf Backbordbug in einen sonnigen Morgen. Auf Kurs ENE segeln wir parallel zur nordnorwegischen Küste. Nach den ruppigen Tagen im Nordmeer erleben wir einer schönen, ruhigen Segeltag. Die Lebensgeister kehren zurück. Es wird gekocht. Am Abend weht es nur noch schwach aus Ost. Wir motoren in die Nacht zum 28. Juli.

Ansteuerung Andenes
Am Morgen nutzen wir den einsetzenden Wind aus Ost bis Nordost mit 3-4 Beaufort zum Segeln. Am Abend lässt der Wind erneut nach. Die Ansteuerung der norwegischen Küste nördlich der Vesterålen nehmen wir schließlich unter Motor vor. Die Szenerie ist nassgrau, aber nach dem langen Nordmeer-Schlag ist die Nähe des Landes deutlich spürbar.

Happy landing
Um 00:30 Uhr UTC erreichen wir den Hafen von Andenes. In strömendem Regen machen wir an der Pier fest. Nach 580 sm ist die CHARISMA und ihre Crew sicher im Hafen!

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