Die Gezeit bestimmt die Zeit des Seefahrers. Um 00:40 Uhr (HW Dovwer -4 Stunden) legen wir in East Loch Tarbert ab. Es ist dunkel und Sprühregen liegt in der Luft. Mit aufmerksamer Navigation steuern wir aus dem Hafen und nehmen Kurs durch das südliche Lower Loch Fyne.
Bei Nacht im Kilbrannan Sound
Parallel zum Ufer laufen wir zunächst Kusr S-SW. Der vorlich einfallende Wind dreht bei aufklarendem Wetter nach rechts. Wir setzen das Großsegel ins erste Reff und rollen die Genua 3 aus. Der Wind weht wechselhaft aus SW mit 2-4 in Böen bis 5 Beaufort. Bei Dunkelheit segeln nach dem Wind parallel zur Küste. Mit der Morgendämmerung öffnet sich vor uns die Küstenlandschaft der Peninsula of Kintyre. In einer Schwachwindphase nutzen wir die Maschien um weiter Streck nach SW zu machen.
Mit der Tide um das Mull of Kintyre
Mit dem Passieren von Davaar Island frischt der Wind wieder auf. Gegen 06:00 Uhr erreichen wir wie geplant die Südosthuk der Peninsula of Kintyre. Mit dem Einsetzen der ablaufenden Tide segeln wir auf Kurs Südsüdwest in den North Channel. Südöstlich von Sanda Island fahren wir die Wende und nutzen den westsetzenden Gezeitenstrom in voller Intensität. Mit dem Passieren des Leuchtturms an der Südwestküste der Peninsula schläft der Wind ein, und wir setzen die Fahrt unter Motor in den Sound of Jura fort.
Abendstimmung vor Port Tayvallich
Am Nachmittag lässt die Gegenströmung nach, und achterlich einfallender Wind kommt auf. Unter Vorsegel nutzen wir die Bedingungen und nehmen Kurs in das Loch Sween. Die Landschaft zeigt sich in eindrucksvoller westschottischer Stimmung: Abendsonne, Regenbogen und ein altes Schloss in idyllischen Natur begleiten unsere letzten Seemeilen. Um 19:00 Uhr fällt der Anker in Port Tayvallich – Distanz 95 sm. In der Pantry wurde schon unterwegs fleißig gearbeitet und wir haben einen schönen Abend an Bord.



