Unsere Erlebnisse

Unter Try durch die Irische See

Angesichts der bevorstehenden Wetterlage schlagen wir im Hafen das Trysegel an. In der Pantry werden Sandwiches für den Abend vorbereitet. Um 19:40 Uhr UTC+1 legen wir in Milford Haven ab – die Schleusentoren stehen offen, wir verlassen im Free-Flow den geschützten Hafen.

Wir setzen das Trysegel und rollen die Genua 3 aus. Bei Südwind mit 5 bis 6 Beaufort und mit der einsetzenden ablaufenden Tide segeln wir in die Mündung von Milford Haven, direkt in eine mächtige Atlantikdünung hinein.

Der Seegang baut sich bis zu fünf Meter hoch auf – eine Folge des gegenläufigen Spiels zwischen Gezeitenstrom und frischem Wind. Mit aufmerksamer Navigation, konzentriertem Steuern und aufmerksamer Seemannschaft passieren wir Saint Ann’s Head. Wir steuern westlichen Kurs, mit der Insel Skoksholm an Steuerbord voraus – hinein in die Nacht.

Tide-Rips beuteln unsere Nautor’s Swan 441, wir jagen mit bis zu 11 Knoten Fahrt über Grund durch das bewegte Wasser in die Dunkelheit. Wir ändern den Kurs auf Nordnordwest und segeln mit dem Schub des ablaufenden Gezeitenstroms durch den St. George’s Channel in die Irische See. Steuerbord bleibt das Leuchtfeuer South Bishop querab.

Ab Mitternacht kentert die Tide. Jetzt setzt der Strom nach Süden, also gegen uns. Als die Schauerböen aus Süd bis Südwest von achtern über uns hinwegziehen, bergen wir das Trysegel. Wir segeln nun nur unter Genua 3 weiter. Mit einem Windanstellwinkel von etwa 150 Grad steht das Vorsegel trotz des Wellengangs stabil, unser Kurs verläuft nun nordwestlich.

Ab dem Morgengrauen setzt die Gezeit wieder mit uns nach Norden. Gleichzeitig dreht der Wind auf Westsüdwest. Wir setzen das Trysegel, das Wetter ist mit Schauerböen durchsetzten. Wir segeln Kurs WNW. 

Am Vormittag kommt Arklow in Sicht. Nach vorherigem Funkkontakt mit dem Hafenmeister machen wir um 11:10 Uhr UTC+1 längsseits an einem Survey-Boat fest – Distanz 91 sm.

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