Um 06:10 Uhr UTC+1 lichten wir den Anker. Unter Motor passieren wir die Huk von Peveril Point. Kurz darauf setzen wir das Großsegel (42 qm) und rollen die Genua 2 (73 qm) aus. Der Wind weht aus Ost bis Nordost mit 3 bis 4 Beaufort – ideal für unseren südlichen Kurs durch den Englischen Kanal.
Stromversatz
Die Gezeit setzt in der ersten Tageshälfte nach Osten und ab dem Nachmittag nach Westen. Auf Halbwindkurs halten wir den ganzen Tag einen konstanten Magnetkompasskurs von 170° und nutzen so den Strom zu unseren Gunsten. Zunächst setzt er uns leicht nach Süd-Südost, später, mit dem Kentern der Tide, dann nach Süd-Südwest. In unserer Kurslinie zeichnet sich dieser Versatz als sanfte S-Kurve ab.
Navigation
Der Englische Kanal zählt zu den am dichtesten befahrenen Seewegen der Welt, bis zu 600 Schiffe passieren ihn täglich. Außerhalb der Verkehrstrennungsgebiete gelten beim Queren des Kanals die Kollisionsverhütungsregeln. Als Segler sind wir Tankern und tiefgangbehinderten Schiffen ausweichpflichtig, während Frachter uns Wegerecht gewähren müssen. Für eine sichere Passage von Nord nach Süd ist es essenziell, die Verkehrslage durch Ausguck im Cockpit und über den Kartenplotter via AIS zu beobachten.
Landfall in Cherbourg
Am Nachmittag zeichnet sich die französische Küste am Horizont ab. Mit Ansteuerung von Cherbourg bergen wir die Segel und machen in der Marina an einer Swan 47 längsseits fest. Ankunft: 18:00 UTC+2, Distanz 66 sm. Wir lassen den Segeltag bei einem Anleger im Cockpit Revue passieren und kehren anschließend im Café de Paris ein. Bei Austern, Muscheln und anderen „Fruits de Mer“ genießen wir die französische Lebensart.


