Unsere Erlebnisse

In der Ruhe liegt die Kraft

Das gemeinschaftliche Fazit der Crew vom Schwerwettertraining
Wer zum Abschluss der Segelsaison im Herbst oder zum Auftakt im Frühjahr einen wirklich lehrreichen Törn sucht, dem mag das einwöchige Schwerwettertraining bei Skipper Constanin Claviez auf der SY Charisma auf der Nordsee empfohlen sein. Sechs Segler die sich vorher nicht kannten, aus verschiedenen Ecken der Republik bzw. der Schweizerischen Eidgenossenschaft, mit unterschiedlichem Hintergrund, Ansichten und divergierenden Charakteren haben Ende Oktober erlebt, wie unter schwierigen (aber nicht bedrohlichen) Bedingungen unter der Regie eines erfahrenen Skippers eine ganz tighte Mannschaft wurde. Wir werden möglicherweise nie wieder zusammen segeln, aber wir haben die Magie erlebt gemeinsam mit Skipper Constatin das Herbsttief Joshua zu meistern.

Der Törnverlauf
Der Törn begann mit einer Nachtfahrt bei auslaufender Ebbe aus der Elbemündung in Richtung Helgoland. Die verschiedenen Tiefs über Schottland und Norwegen im Auge wurde dort im Hafen das Trysegel geriggt und die Fock 3 auf eine kleinere Fock 4 gewechselt. Optionen – Nordfriesische Inseln, Wilhelmshaven, Büsum – wurden analysiert und sich für Büsum entschieden. Die Segel passten genau für die Wetterbedingungen zwischen Beaufort 6-7 aus Ost und einer kappeligen See. Einer der Mitsegler wurde schwer seekrank und musste denn über Bord geworfen werden. In Büsum lag die Charisma im Päckchen neben einem Fischkutter. Nach längerem Klönschnack kam es dann zu einem Tausch von einem Sack frischer Nordseekrabben gegen einige Flaschen Bier. Die Krabben wurden in Akkordarbeit von der Mannschaft am nächsten Morgen gepult und in ein Schlemmerfrühstück umgewandelt. Der seekranke Mitsegler war inzwischen an Land geschwommen und wieder an Bord gekommen und wurde herzlich von der Mannschaft empfangen. Skipper Constantin gab eine Master class an seemännischer Theorie – Wetter, Gezeiten, Wattenmeer, Barren, Elektronik, Spi-Segeln – nicht für irgendwelche Prüfung, sondern damit wir lernen, sicher ein Boot zu führen.  

Seewetter - Segeln in der Praxis
Am nächsten Morgen im Morgengrauen verlassen wir Büsum mit Ziel Elbmündung. Vor dem Erreichen der Mündung fährt jeder Segler das Hamburger Manöver, um eine Boje über Bord (aka Bob) zu bergen. An Cuxhaven vorbei bei steigender Flut und das Tief Joshua im Rücken, segeln wir bei erstaunlich ruhigen Bedingungen – die berühmte Ruhe vor dem Sturm – in Richtung Brunsbüttel. Der schwere Spinnaker wird gesetzt und mit 10 Knoten geht es Richtung Schleuse. Am letzten Tag wieder durch die Schleuse zurück in die Elbe, um mit einsetzender Flut gen Hamburg zu kreuzen, das wir um 19:00 erreichen. Standesgemäß machen wir vor der grandios beleuchteten Abend-Skyline Hamburgs zwischen Feuerschiff und Elbphilharmonie fest. In der Nacht erreichte das Tief Joshua mit Windstärke 8-9 die Deutsche Bucht. 

Das Fazit
187 sm achtsames und konzentriertes Segeln. Ein Skipper mit Tiefgang, ein wunderschönes Schiff bereit für die Hochsee, und eine Crew die sich über die Tage gefunden hat. Was möchte man mehr von einem Segeltörn?

Lesen Sie über uns in...