Über der Norwegischen See weitet sich ein Hochdruckgebiet aus, in dessen südöstlichem Sektor schwacher nördlicher wind über der Nordsee weht. Zur frühen Mittagszeit legen wir bei Hochwasser von Amrum ab, navigieren um die Pricken in der Hafenzufahrt und setzen die Segel.
Zwischen Leichtwind und Flaute
Der Wind weht mit NW 3 mäßig, während wir den einsetzenden ablaufenden Tidenstrom im Fahrwasser des Rütergats mit Kurs SW nutzen. Nachdem wir die Genua IV trocken gesegelt haben, wechseln wir das Tuch auf die Genua III. Nach Passieren der Ansteuerungstonne segeln wir mit westlichem Kurs in die Deutsche Bucht hinein. Als der Wind weiter nachlässt, starten wir die Maschine und motoren in nördliche Richtung. Am Abend setzt sich wieder NW 3 durch. Wir segeln mit perfekter Segeltrimm in ruhiger See in den Abend, den Widerschein von Esbjerg Steuerbord voraus.
Bewegt durch die Untiefen
Bei wieder schwächelnden, vorlich einfallenden Wind, steuern wir unter Motor durch die innere Passage von Horns Rev. Das Fahrwasser Slugen passieren wir mit nächtlicher Navigation nach Sicht und Leuchtfeuern, Kurs NW. Der ablaufende Gezeitenstrom kommt uns dabei zugute. Die Konstellation Wind gegen Tide führt bei der indifferenten Unterwasser-Topografie jedoch zu unruhigem Seegang, der die Yacht im Nordmans Dyb teils Fahrstuhlartig auf und nieder bewegt.
In sternenklarer Nacht
Jedenfalls passieren wir diesen Streckenabschnitt in guter Zeit und steuern mit nördlichem Kurs in das Seegebiet Fischer. In der sternenklaren Nacht, auf Neumond abnehmend, erscheint im Norden der Widerschein des Nordlichts – eine schöne Atmosphäre ...

