Wir legen um 3 Uhr UTC bei Hochwasser in Höfn ab und fahren mit ablaufender Gezeit durch die idyllische Morgenatmosphäre des Hornafjördur. Mit südwestlichem Kurs geht es für uns auf dieser Etappe entlang der Südküste Islands. Dabei begleitet uns an Steuerbord das Panorama des Vatnajökulls, Europas größten Gletschers außerhalb der Polarregion.
Nass, kalt und regnerisch
Am Morgen setzt ein NE-Wind mit einer Stärke von 3–4 Beaufort ein, der zunehmend auf 5–6 Beaufort auffrischt. Wir segeln bei regnerisch-nasskaltem Wetter und aufbauendem Seegang ausschließlich mit der Genua 3 und passieren am Mittag die Huk und den Leuchtturm Ingolfshöfdi. Der Wind nimmt auf E-SE 7–8 Beaufort zu. Der Starkwind ist durchsetzt mit stürmischen Böen, die durch die Topographie der gebirgigen Südküste Islands zusätzlich verstärkt werden. Aufgrund des achterlich einfallenden Windes müssen wir aufpassen, dass sich das Vorsegel bei den stärker werdenden Kraftkomponenten nicht überschlägt. Aufmerksame Steuerleistungen sind gefragt. Wir reduzieren die Segelfläche über die Rollanlage des Vorschiffs auf Sturmfockgröße und segeln mit Kurs WSW auf Bb-Bug weiter.
Schub von achtern
Die atlantischen Gewässer der Südküste Islands haben es in sich. Die aufbauenden Wellen holen uns ein, türmen sich meterhoch auf und führen zu viel Volumen und Schub von achtern. Unsere Swan 441 ist mit ihrem Lateralplan samt frei hängendem Spatenruder als Kurzkieler konzipiert. Entsprechend der einwirkenden Hebelwirkungen ist wachsames, intuitives und proaktives Steuern notwendig, um Überholbewegungen der Yacht möglichst nicht zuzulassen bzw. unter Kontrolle zu halten. Wir erleben Schwerwettersegeln entlang der Südküste Islands.
Am Nachmittag halsen wir vor der Küste auf Stb-Bug. Mit neuem Kurs SSW folgen wir dem Küstenverlauf in südwestliche Richtung. Am Abend nimmt der Wind auf E-NE 6–7 langsam ab.


