Kurz vor Mitternacht legen wir in Thorlakshöfn ab. Wir fahren unter Motor bei Windstärke 2 gegenan in die helle Nacht und nehmen Kurs auf Kap Reykjanes, wobei der Wind allmählich abflaut. Mit Rundung der Huk weht es aus West mit 2–3. Beaufort. Wir segeln mit Genua-3 und Großsegel Kurs N parallel zur Westküste und runden den Leuchtturm Aukaviti am späten Vormittag.
Unter Spinnaker
Mit raumem Wind setzen wir den blauen Leichtwindspinnaker mit 180 Quadratmetern Segelfläche. Bei einem Anstellwinkel von 150° zum Wind segeln wir Kurs Nordost in das Seegebiet Faxafloi. Da unser Zielhafen Reykjavík in östlicher Richtung liegt, führen wir ein Schriftmanöver durch. Wir befestigen am leewärtigen Schothorn des Spis eine weitere Schot und bereiten vor dem Wind segelnd den zweiten Spinnakerbaum vor. Mit der Halse kommt dieser mit der neu eingefädelten Schot als nun aktiver Achterholer zum Einsatz.
Schiftmanöver Kurs Reykjavik
Gleichzeitig deaktivieren wir den bisherigen Spibaum, indem wir den bisherigen Achterholer durch Fieren ausklinken und als neue leewärtige Schot weiterverwenden. Mit neuem Kurs E müssen wir den auslaufenden Schiffsverkehr berücksichtigen. Bei auf S-SW 4–5 rückdrehendem Wind segeln wir mit einem nun spitzeren Anstellwinkel von 120° zum Wind und erreichen eine Rumpfgeschwindigkeit von bis zu 8,6 kn.
Wir segeln bis ans Limit, aber nicht darüber hinaus – genau dies gilt es zu erkennen und im Sinne einer verantwortungsbewussten Schiffsführung umzusetzen.


