Unsere Erlebnisse

Adieu Leichtwind-Spi

In der Dunkelheit des frühen Morgens legen wir bei Windstille von Egersund ab. Wir steuern durch die S-Ansteuerung in die Nordsee. Das Dämmerungslicht zeichnet die Konturen der Uferlandschaft im Südwesten Norwegens. Unsere Swan 441 gleitet in purer Eleganz durch die hohe See.

Seewetter & Routenplanung
Die Analyse des Seewetters führt zu einer Anpassung des Routings. Über den Britischen Inseln entwickelt sich das nächste umfangreiche Tiefdruckgebiet. Wir entscheiden uns die Strecke zum Zielhafen Hamburg statt über die Nordsee über das Kattegat und die Ostsee zu bewältigen. Auf der Nordsee ist nach einer Flaute mit anhaltend und zunehmend südlichen Wind zu rechnen, wohingegen wir mit der östlichen Querung des Skagerraks lange von der frischen nordwestlichen Windströmung profitieren können. Wir legen Skagen als mögliches Etappenziel fest.

Unter Segeln
Wir setzen das Großsegel und rollen mit einsetzenden W-Wind, beginnend mit 2-3 Beaufort, die Genua III aus. Es ist eine einzigartige Atmosphäre im klaren Licht des dämmernden Morgens. Wir bereiten unseren Leichtwind-Spinnaker zum Setzen vor. Es soll die letzte Fahrt dieses bewährten, von vielen Einsätzen gezeichneten und 191 qm großen Segeltuchs werden… Wir segeln bei sich zunächst stabilisierenden, dann auffrischenden Wind in der Dünung der hohen See.

Spinnaker achteraus
Als die Böen zunehmen, wird die Yacht unter 233 qm Segelfläche immer schwerer zu kontrollieren. Wir bergen den Spinnaker. Beim Einholen schöpft ein Teil des geborgenen Tuchs Wasser, zieht über Bord und schleift entlang der Yacht durch die See. Wir lösen den Schäkel vom Spi-Fall, zerschneiden das Material beim Achterholer, um das Tuch von Luv zu lösen. Der restliche Spi schleift nun in Lee durchs Wasser. Die Seereling hält stand, der letzte Schnitt kappt die Schot und lässt den Spi achteraus. Die Relingsstütze hat seitdem eine aerodynamische Form nach achtern geneigt...

Vor dem Wind
Wir belassen es bei dem auf Steuerbord ausgebaumten Spinnakerbaum und fädeln die luvwärtige Schot der Genua ein. Mit dieser stabilen Segelkonstellation segeln wir mit östlichem Kurs durch das Skagerrak bis in die Nacht hinein.

 

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