Unsere Erlebnisse

TR25 Tag 10 | Mitten auf dem Atlantik (163 sm)

Passieren von Point Alpha
Wir segeln in den Morgen des 28. Juni. Dabei passieren wir bei frischem WNW-Wind die südöstliche Markierung des Carrées Point Alpha. Nach Passieren des letzten Wegpunkts im Westlichen Atlantik liegen die kalten Gewässer der Nantucket Shoals und des von der Labradorsee gespiesenen Neufundland-Bassins hinter uns, somit auch der Seenebel.

Vorbereitungen auf Schwerwetter
In Anbetracht des bevorstehenden stürmischen Windes schlagen wir das Trysegel an. Aufgrund der zweiten Mastschiene neben der des Großsegels können wir das Trysegel nach Wechsel des Großfallschäkels, dem Einfädeln der Rutscher sowie dem Befestigen des Schothorns an der Baumnock effizient montieren. Bei weiter zunehmenden Wind WNW 6-7 reduzieren wir die Segelfläche der soliden Genua-2 über die Rollanlage am Vorstag, während das leuchtend-rote Trysegel die Schiffsbewegungen stabilisiert. Im Tagesverlauf führen Schauerfronten zu rasantem Schwerwettersegeln in der nach ENE setzenden Nordatlantikströmung. Ab dem Nachmittag weht es bei zunehmenden Seegang mit NW 7. Wir rollen das gereffte Vorsegel komplett ein und segeln ausschließlich unter Trysegel.

Aus der Pantry
Bei diesen Naturbedingungen bleibt die Küche kalt. Jeder versorgt sich selbst – dankenswerter Weise gibt es noch von Hansjörgs frisch gebackenem Brot. Der Skippy setzt auf altbewährtes wie Avocadostulle mit Lachs. Progressivere Münder wagen sich an die bunten asiatischen Tütensuppen. Das Süßi-Schapp gibt auch noch einiges her.

Nachts  im Sturm
Am Abend weht der Wind unstet aus NW, im Kern der Parzelle mit wechselhaften Wolkenbild böig. Dann geht es los. Zunächst prasseln Graupelschauer auf uns herab, dann abgelöst von steifen bis stürmischen NW 7-8 - zunehmender Seegang, der es in sich hat. Die Yacht ist auch allein unter Trysegel bei den sich auftürmenden Wellen in den Überholbewegungen schwer zu halten. In der einsetzenden Dunkelheit der Nacht, schäumender See und schwer vorauszusehender Schiffsbewegungen wird mir das Risiko im Zyklus unseres bewährten Wachsystems zu groß. Wir bergen das Trysegel und bewältigen die stürmisch nass-kalte Nacht mit abgesprochenen Steuerwachen mit Lenzen vor Topp und Takel. Fahrt über Grund: bis zu 4 kn bedingt durch Windwiderstand des Riggs und Atlantikströmung gen ENE. Jede Bewegung im Cockpit muss gesichert durchgeführt werden, um die Gefahr des Überbordgehens auszuschließen. Der Wind erreicht in Böen mit giftigen 40 kn Sturmstärke. Die Crew verhält sich mit Durchhaltewillen diszipliniert und verantwortungsbewusst. Im Schiffsinneren wartet auf die Freiwachen ein geschütztes Refugium.

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