Die Warmfront bringt westlichen Wind 5-6 Beaufort, zunehmend 6-7 Bft. – wir segeln unter Genua III und Großsegel im 2. Reff durch den Tag. Die Sonne scheint, Zirren verschleiern den blauen Himmel, während eine Etage tiefer luftige Wolkengebilde mit hoher Geschwindigkeit auf er Überholspur sind - Speedy Gonzales lässt grüßen. Es baut sich zunehmend Seegang auf, der die Steuerleute beschäftigt.
Aus dem Cockpit
Im Laufe einer Steuerwache reift die Erkenntnis: Welle ist nicht gleich Welle. Es gibt die Aufmerksamkeitsheischenden, die mit ihren weißen spritzenden Schaumkronen keck an die Bordwand klatschen. Die wollen nur spielen. Und dann gibt es die anderen, die aus der Tiefe des Atlantiks kommen, die CHARISMA meterhoch anheben, unter ihr durchrollen und als Wellenberg vor uns brechen. Die muss man als Steuermann gut im Auge bzw. in den Beinen haben. Dann heißt es das Steuerrad festhalten, Blick nach vorne und nur dann Ruder geben, wenn der Bug nach Steuerbord oder Backbord auswandert. So reiten wir Welle für Welle gen Osten.
Aus der Pantry
Eins steht fest, die Paprika müssen heute verarbeitet werden, sonst gehen sie morgen über die Reling. Aber was tun mit 15 Paprika? Verschiedene Verarbeitungswege werden diskutiert – schlussendlich läuft es auf gefüllte Ofenpaprika hinaus. So richtig ran traut sich aber niemand. Jens und Sabine nehmen sich der Sache schließlich an: Reis kochen, Paprika entkernen, Füllung vorbereiten, Paprika stopfen. Während die fleißigen Smutjes ihre Wache antreten, schmoren die Paprikas im Ofen. Schlussendlich wird das Werk von der Freiwache mit Maissalat serviert. Schmeckt köstlich!
Die CHARISMA Fischkooperative hat seit geraumer Zeit geschlossen - wir sind zu schnell unterwegs für etwaige Bisse. Die Jungs haben umgeschult und sind jetzt in der Backstube tätig – der Duft von frischem Brot zieht durch den Salon.
In die Nacht
Mit zunehmendem Wind nimmt auch der Seegang zu. Die SY CHARISMA wird von ihren Steuerwachen zuverlässig auf Kurs gehalten. Die steifen Starkwind-Böen sind mit unregelmäßigen Wellenbergen fordernd. In der Abenddämmerung binden wir das dritte Reff ins Großsegel. Die Steuerleute müssen Gespür für die Lage entwickeln und auf ihre Erfahrung zurückgreifen - die Wachen steuern mit Konzentration proaktiv. Der Schlüssel zur souveränen Steuerleistung liegt im präventiven Erkennen der jeweiligen Situation. In der Nacht bergen wir das bereits dreifach gereffte Großsegel und segeln ausschließlich unter Vorsegel Kurs raumen Wind mit einem Einfallswinkel im Mittel von 150°. Die Nächte werden kürzer, der zunehmende Mond legt an Intensität zu, versteckt sich jedoch hinter dichten Wolken.
Unsere Erlebnisse
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