Mit auffrischendem SW-Wind segeln wir in die 8. Nacht. In restlicher grauer Abenddämmerung binden wir das zweite Reff ins Großsegel, um die Böen besser bewältigen zu können. Auf der Route zum Wegpunkt Point Alpha passieren wir den Südrand der großen Neufundlandbänke. Das Plateau erstreckt sich weit südöstlich von Neufundland im Einfluss der Labradorsee in den Nordatlantik. Wir segeln im kalten Gewässer in dichtem Seenebel. 100% Luftfeuchtigkeit - déjà vue bei den Nantucket Shoals… Nun kommt noch Seegewitter dazu, Blitz und Donner begleiten uns bei frischem SW-Wind, unser Kurs kontinuierlich gen ENE. Dichte Wolken verdunkeln das Radar - es beginnt zu regnen, es schüttet und prasselt auf das Deck. Kalte Nässe fordert die wachhabende Crew. Im Kontrast hierzu liegen die Freiwachen eingemummelt in den warmen Kojen…
In den Morgenstunden segeln wir allmählich aus dem Randgebiet der flachen kalten Gewässer. Das Unterwassergefälle der Neufundlandbänke zum tiefen Atlantischen Ozean beträgt bis zu 3.000 m. In östliche Richtung segelnd lichtet sich der Nebel, wir reffen aus. Mit dem Sonnenaufgang setzen wir den 180 qm umfassenden Leichtwindspinnaker. Die Sonne trocknet das Deck und wärmt die Crew. Im Verlauf des Vormittags wird es Zeit den Spi wieder zu bergen. Mit wachsamer Wahrnehmung erkennen das im Ansatz, entsprechend gut funktioniert das Bergemanöver. Der Wind dreht rechts und frischt auf. Wir halsen und binden das erste Reff ins Großsegel. Bei W-NW 5 können wir mit Kurs ENE direkt das noch 150 sm entfernte Point Alpha anliegen und segeln in die 9. Nacht.

